Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Dezentrale Energiewende

Feldtest: Bidirektionales Laden im Alltag erprobt

Bild 1 Wie gut funktioniert bidirektionales Laden in der Praxis? Als besonders effizient erwies sich ein „Shift-Mode“.

Hager Group

Bild 1 Wie gut funktioniert bidirektionales Laden in der Praxis? Als besonders effizient erwies sich ein „Shift-Mode“.

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • Ein Feldtest hat gezeigt, dass bidirektionales Laden die Nutzung von kostengünstigem Eigenstrom erhöht. Wichtig ist dabei auch, technisch bedingte Verluste zu berücksichtigen. Die größten Effekte ergeben sich mit der Elektrifizierung von Haushalten:
  • Bidirektionales Laden im Vehicle-to-home(V2H)-Betrieb ist vor allem im Frühjahr und Herbst nützlich, um zum Beispiel in der Übergangszeit den zusätzlichen Strombedarf einer Wärmepumpe (anteilig) zu decken.

In einem Feldtest hat die Hager Group gemeinsam mit ihrer Tochtermarke E3/DC und Audi über zwei Jahre in Haushalten unter Realbedingungen untersucht, wie bidirektionales Laden in der Praxis funktioniert.

In einem Feldtest unter realen Bedingungen konnte ein Team der Hager Group nachweisen: Bidirektionales Laden bringt messbare Vorteile für Haushalte mit E-Fahrzeugen und eröffnet neue Ansätze. Die Kombination einer Photovoltaik-Anlage und eines stationärem Energiespeichers erhöhte den Anteil der Autarkie der zehn teilnehmenden Haushalte bereits von etwa 33 % (nur Photovoltaik) auf über 50 %. Nutzen die Haushalte zusätzlich bidirektionales Laden mit dem Fahrzeugakku eines prototypischen Audi e-tron, erhöhte sich der Anteil weiter um bis zu 9 Prozentpunkte.

Als besonders effizient erwies sich der von der Hager Group entwickelte „Shift-Mode“, bei dem die Energie aus der Autobatterie zunächst in den stationären Speicher umgeladen wird. Die Entladevorgänge mit konstant 4,5 kW reduzieren die Aktivzeit des Fahrzeugs um 85 % und schonen damit die Fahrzeugbatterie und -elektronik. Auch saisonale Unterschiede traten klar hervor: Bidirektionales Laden im Vehicle-to-home(V2H)-Betrieb ist vor allem im Frühjahr und Herbst besonders nützlich, um zum Beispiel in der Übergangszeit den zusätzlichen Strombedarf einer Wärmepumpe zu decken.

Nützliches Nutzerverhalten

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse des Nutzerverhaltens. Die Teilnehmer steckten ihre Fahrzeuge im Schnitt an 60 % der Tage an die Ladesäule an, meist in Erwartung hoher Photovoltaik-Erträge. Ein angepasstes Ansteckverhalten des Ladekabels ist erforderlich, da bidirektionales Laden dann den größten Nutzen bringt, wenn Fahrzeuge regelmäßig an die heimische Wallbox angeschlossen werden. Das heimische Energiemanagement entscheidet dann, wo der Photovoltaikstrom am sinnvollsten im Gebäude eingesetzt wird.

„Bidirektionales Laden ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Unser Feldtest hat gezeigt, dass es echten Nutzen für Haushalte und das Energiesystem bringt, Autobatteriespeicher in die Stromversorgung zu integrieren. Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig Nutzerverhalten, einfache Bedienung und intelligente Algorithmen für den Erfolg sind“, sagt Ulrich Reiner aus der Innovationsabteilung der Hager Group.

Mehr als 7000 kWh wurden aus Fahrzeugbatterien ins Haus oder in den Speicher zurückgeführt. Das entspricht zwei Jahren Strom für ein Einfamilienhaus oder knapp 30.000 km Reichweite im Audi e-tron. Insgesamt wurden rund 10 TB an Daten erfasst, darunter Ladeprofile, Energieflüsse und Nutzerverhalten. Die im Feldtest gewonnenen Erkenntnisse sollen schon 2026 in neue Produktangebote einfließen. www.hager.com/global

Fachberichte mit ähnlichen Themen bündelt das TGA+E-Dossier Elektrifizierung

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ TGA+E-ePaper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus TGA: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen