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Die Gebäudearmaturenindustrie blickt auf ein weiteres schwaches Jahr zurück. Trotz eines vielversprechenden Auftakts im Jahr 2025, der durch den sogenannten „Bau-Turbo“ der Bundesregierung ausgelöst wurde, blieb eine Trendwende aus.
Im Inland stagnierten die Umsätze, während sie im Ausland um 7 % zurückgingen. Insgesamt sank der Branchenumsatz nominal um 4 %, preisbereinigt um 6 %.
Lubert Winnecken, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Gebäudearmaturen und CEO der Keuco GmbH & Co. KG, kommentiert die Lage: „Wir blicken inzwischen auf drei Jahre mit real rückläufigen Branchenumsätzen zurück und eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht.“ Er betont, dass der Wohnungsbau weiterhin in einer tiefen Krise stecke und die Nachfrage schwach bleibe. Ohne verlässliche und langfristige politische Entscheidungen verfestige sich diese Lage.
Forderungen nach Planungssicherheit und besseren Rahmenbedingungen
Winnecken fordert ein entschlossenes Handeln der Politik. Die Bundesregierung müsse die Rahmenbedingungen für Investitionen im Bausektor spürbar verbessern. Dies sei notwendig, um Vertrauen in eine nachhaltige Erholung der Baukonjunktur zu schaffen und die Grundlage für zentrale Industriezweige wie die Gebäudetechnik in Deutschland zu sichern.
Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin VDMA Armaturen, ergänzt: „Unsere Mitglieder liefern entscheidende Lösungen für die Zukunft – von sicherer Trinkwasserversorgung über Energieeffizienz bis hin zur Kreislaufwirtschaft.“ Sie weist darauf hin, dass diese Potenziale verpuffen, wenn Investitionen durch Bürokratie, unklare Regulierung und fehlende Planungssicherheit ausgebremst werden. Gebäudearmaturen seien keine Nebensache, sondern eine Voraussetzung für eine klimafreundliche Gebäudetechnik.
Wettbewerbsdruck und internationale Unsicherheiten
Die Branche gerät zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Unternehmen sehen sich einer wachsenden Flut an Regulierung und bürokratischen Vorgaben gegenüber. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerb mit Produkten aus Ländern zu, in denen unter anderen Rahmenbedingungen produziert wird.
Die angespannte geopolitische Lage, verstärkt durch den Krieg in der Golfregion, erhöht die Unsicherheit auf den internationalen Märkten. Dies belastet die exportorientierten Unternehmen der Gebäudearmaturenindustrie zusätzlich. In wichtigen Auslandsmärkten werden Investitionsentscheidungen vertagt. Im Inland könnten steigende Energie- und Rohstoffpreise die Inflation anheizen und die Verbraucherstimmung weiter dämpfen, was sich auf Investitionen und Nachfrage auswirkt.
Innerhalb der Branche verlief die Entwicklung 2025 uneinheitlich:
- Technische Gebäudearmaturen erzielten ein Umsatzplus von 3 %.
- Sanitärarmaturen verzeichneten einen Umsatzrückgang von 5 %.
- Der Umsatz mit Heizungsarmaturen sank um 9 %.
Die aktuellen Auftragseingänge bieten keine Anzeichen für eine kurzfristige Erholung.
Ausblick 2026:
Aufgrund der aktuellen Lage und der anhaltend schwachen Baukonjunktur rechnet der VDMA Armaturen für das Jahr 2026 mit einem leichten Rückgang des Branchenumsatzes.
Quelle: VDMA Armaturen / fl