Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Baukonjunktur

ZDB: Talfahrt im Wohnungsbau geht ungebremst weiter

photo 5000 – stock.adobe.com

Umsatz und Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind in den ersten vier Monaten des Jahres 2023 deutlich rückläufig, insbesondere beim Wohnungsneubau.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamts haben die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten bis Ende April einen Umsatz von 29,2 Mrd. Euro realisiert. Nominal ist das ein Plus von 5,1 %, real ein Rückgang um 8,9 %. Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen erhöhte sich im April 2023 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 %.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2023 sanken die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum kalender- und preisbereinigt (real) um 16,9 % und nominal um 4,2 %.

Wohnungsbau ist Sorgenkind der Baukonjunktur

„Der Wohnungsbau bleibt das große Sorgenkind der Baukonjunktur. Nach den neuen Zahlen geht die Talfahrt ungebremst weiter. Diese Entwicklung müssen wir aufhalten“, kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), die aktuellen Meldungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) zu den bewilligten Bauanträgen und zu den Auftragseingängen im Wohnungsbau.

Bis einschließlich April 2023 wurden für knapp 75.000 Wohneinheiten (WE) Genehmigungen im Wohnungsneubau bewilligt, fasst 33 000 WE weniger als im Vorjahr (− 36 %).

„Brauchen wir jetzt sofort spürbare Investitionsanreize“

Pakleppa: „Diese Talfahrt schlägt sich auch in den Auftragsbüchern der Bauunternehmer nieder. Bis zum April liegen die Order im Wohnungsbau nominal um 25 % und real um 35 % unterhalb des Vorjahresniveaus. Die Zahlen spiegeln auch die Wahrnehmung der Unternehmer. Sie haben in den letzten Jahren erfolgreich Beschäftigung aufgebaut. Jetzt macht es ihnen die zunehmende Unterauslastung immer schwerer, den Beschäftigungsstand zu halten. Deswegen brauchen wir jetzt sofort spürbare Investitionsanreize für Private und institutionelle Anleger. Sonst verlieren wir dauerhaft die Fachkräfte und das Wohnungsbauziel von 400 000 WE pro Jahr bleibt auf Jahre unerreichbar.

Leider zeigen die Neubauförderprogramme, die wir grundsätzlich begrüßen, keine Wirkung auf die Nachfrage. Der maximale Kreditrahmen im klimafreundlichen Neubau ist zu gering, um private Investoren wirklich an den Start zu bringen. Gleichzeitig sind die Zugangsbedingungen zu restriktiv. Die Nachweisanforderungen in den Programmen binden zusätzliche Kapazität. Gebraucht wird ein schneller Impuls, damit die Finanzierung der eigenen vier Wände gelingt. Dabei könnte zum Beispiel ein reduzierter Mehrwertsteuersatz helfen. Für institutionelle Anleger können höhere Abschreibungen ein Anreiz sein, die energetisch ambitionierten Projekte anzugehen.“ ■
Quelle: ZDB, Destatis / jv

Im Kontext:
Neue Förderrichtlinie Energieberatung für Wohngebäude (EBW)
Serielle Sanierung: BEG Bonus wirkt als Booster
Abschwung am Bau: Zehnder drosselt Mehrsäuler-Produktion
BMWSB startet Förderprogramm „Wohneigentum für Familien“
Bauwirtschaft erwartet 2023 Umsatzrückgang von real 5 %
Fördertopf Klimafreundlicher Neubau um 888 Mio. Euro erhöht