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Energieträger

Primagas errichtet Testanlagen für EE-Flüssiggas rDME

Testanlagen für die Nutzung von regenerativ hergestelltem Dimethylether rDME (Futuria DME) in Gasthermen.

Primagas

Testanlagen für die Nutzung von regenerativ hergestelltem Dimethylether rDME (Futuria DME) in Gasthermen.

Primagas errichtet in Kesselsdorf drei Flüssiggas-Testanlagen, über die Gas-Heizungen mit regenerativ hergestelltem Dimethylether (rDME) betrieben werden.

„Heizkessel dürfen längstens bis zum Ablauf des 31. Dezember 2044 mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.“ So steht es vor der 2./3.-Lesung im Bundestag in der Beschlussvorlage zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (§ 72 Abs. 4, GEG-Novelle). Auch ohne das „Heizungsgesetz“ ergibt sich dies als spätesten Ausstiegstermin aus dem im Bundes-Klimaschutzgesetz festgeschriebene Ziel: „Bis zum Jahr 2045 werden die Treibhausgasemissionen so weit gemindert, dass Netto-Treibhausgasneutralität erreicht wird. […].“ Schon vorher (spätestens ab 2029) sollen über das GEG Erneuerbare-Energie-Pflichtanteile im Brennstoff bei ab 2024 neu eingebauten Öl- und Gas-Heizungen greifen.

Wer heute mit fossilen Energieträgern handelt, braucht also Alternativen, um langfristig im Geschäft zu bleiben. So hat der Flüssiggasanbieter Primagas, Krefeld, schon 2018 als erstes Unternehmen biogenes Flüssiggas (BioLPG, heute: „Futuria Propan“) auf den Markt gebracht und seit 2020 erfüllt biogenes Flüssiggas auch die GEG-Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energien und wird auch in der GEG-Novelle als Erfüllungsoption berücksichtigt. Gleichwohl werden nachhaltige Biomasse und Abfallstoffe immer begrenzt verfügbare Rohstoff bleiben.

Drei Gasthermen werden mit „Futuria DME“ versorgt

Nun errichtet Primagas in Kesselsdorf bei Dresden Testanlagen für ein neues Erneuerbare-Energien-Flüssiggas-Projekt. Bis Ende 2024 werden dort drei Tanks inklusive Gastherme mit „Futuria DME“, einem regenerativ hergestellten Dimethylether (rDME) betrieben. Im Fokus des Testbetriebs stehen die technischen Voraussetzungen für eine rDME-Nutzung in Flüssiggas-Versorgungsanlagen für Heizungsanlagen in Gebäuden.

Nach eigenen Angaben ist Primagas mit dem Testprojekt in Kesselsdorf Vorreiter in der Branche. Stephan Klosterkamp, Geschäftsführer von Primagas: „Erneuerbarer DME ist ein innovativer, umweltfreundlicher Energieträger mit großem Potenzial. Unser Ziel ist es, unseren Kunden bald neben biogenem Flüssiggas einen weiteren regenerativen Energieträger für den Einsatz in Standard-Heizungsanlagen anzubieten. Das ist ein großer Schritt nach vorn, der enorme CO2-Einsparungen ermöglicht.“

Dimethylether DME und rDME

Dimethylether (DME) ist ein farbloses Gas, das sich schon unter geringem Druck verflüssigt, ähnlich wie Flüssiggas (LPG). rDME wird aus Synthesegas gewonnen, das regenerativ aus Biomasse hergestellt wird. Zukünftig soll er auch aus anderen Ausgangsstoffen wie nicht recyclingfähigen Abfällen hergestellt werden, die bisher noch ineffizient verbrannt werden. Die möglichen Produktionsrouten für rDME beschreibt eine FfE-Machbarkeitsstudie.

rDME wie das „Futuria DME“ von Primagas ist im Vergleich zu fossilen Energieträgern in der Gesamtbilanz um bis zu 85 % CO2-ärmer. Ziel von Primagas ist es, die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass bestehende Flüssiggas-Anlagen perspektivisch anteilig, mehrheitlich oder vollständig mit rDME betrieben werden können.

Drei Mischungsverhältnisse werden getestet

In Kesselsdorf werden deshalb drei vollständige Heizungsanlagen vom Tank bis zur Gastherme errichtet und mit verschiedenen Flüssiggas- und Futuria-DME-Mischungsverhältnissen betrieben. Eine Testanlage wird dabei mit einem Mischungsverhältnis von 80 % LPG und 20 % rDME betrieben. Eine zweite prüft den Einsatz von 65 % rDME mit 35 % konventionellem LPG. Die dritte Testanlage wird zu 100 % mit rDME befüllt.

Der Testbetrieb soll zeigen, ob und inwieweit technische Komponenten wie Regler, Ventile und Leitungen für einen reibungslosen anteiligen, mehrheitlichen oder vollständigen Betrieb mit erneuerbarem DME angepasst werden müssen. Der Grund: Futuria DME und Flüssiggas sind chemisch sehr ähnlich, aber nicht identisch und wirken sich unterschiedlich auf Materialien aus.

Bei den Gasthermen und technischen Komponenten kooperiert Primagas mit deutschen Marktführern. Ende 2024 sollen die Testergebnisse vorliegen. Die Tests werden über den gesamten Zeitraum durch ein Prüfinstitut begleitet und nach den gesetzlichen Vorgaben zertifiziert. ■
Quelle: Primagas / jv

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