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Eine bundesweite Online-Datenbank dokumentiert reale Praxisbeispiele von Wärmepumpen im Gebäudebestand. Die Plattform zeigt, wie Wärmepumpen erfolgreich umgesetzt werden können, und stellt technische Daten, Erfahrungsberichte und Empfehlungen transparent zur Verfügung.
Um die Wärmewende zu unterstützen und Vorbehalte abzubauen, wurde die Datenbank „So geht’s mit Wärmepumpen!“ ins Leben gerufen und auf der Website des Umweltbundesamtes veröffentlicht. Sie dokumentiert reale Praxisbeispiele für den Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden, macht die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten sichtbar und teilt Erfahrungen aus der Umsetzung.
Aufbau und Funktion der Datenbank
Die Plattform ist als interaktive, nutzerfreundliche Datenbank konzipiert. Sie bietet eine kartenbasierte Suchfunktion sowie Filtermöglichkeiten nach Gebäudeart, Wärmequelle und Themenschwerpunkt.
Die strukturierten Projekteinträge enthalten Angaben zur Ausgangssituation, zu technischen Eckdaten, zu Herausforderungen und Lösungsansätzen sowie zu Erfahrungen und Empfehlungen.
Das Angebot wird durch Hintergrundinformationen und eine FAQ-Sektion ergänzt. Neue Projekte können über ein Online-Formular eingereicht werden, was eine kontinuierliche Erweiterung und Aktualisierung der Datenbank ermöglicht.
Herausforderungen in der Praxis
Die in der Datenbank gesammelten Projekterfahrungen belegen, dass bei der Umsetzung von Wärmepumpen im Bestand typische Herausforderungen auftreten. Diese lagen in den Bereichen Finanzierung, hydraulische Einbindung, bauliche Umsetzung und Fachkräftemangel. Auch Aspekte wie Schallschutz, Platzbedarf, Akzeptanz in Eigentümergemeinschaften und die Integration von Photovoltaik wurden thematisiert.
Die Einreichenden betonten vielfach die Bedeutung sorgfältiger Planung, fachübergreifender Zusammenarbeit und persönlicher Initiative für den Projekterfolg. Bis August 2025 wurden 72 Projekte veröffentlicht, wobei die Mehrheit aus dem Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser stammt. Die meisten Einreichungen erfolgten durch private Eigentümer.
Effizienz und Optimierung im Gebäudebestand
Bei rund drei Viertel der Projekte lagen Betriebsdaten vor, insbesondere Angaben zum Jahresstromverbrauch und zur Jahresarbeitszahl (JAZ). Die gemessenen JAZ-Werte lagen überwiegend im Bereich der geplanten Werte oder darüber. Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen niedrigen Vorlauftemperaturen und hoher Effizienz. Projekte mit Erdreich als Wärmequelle erreichten im Durchschnitt bessere JAZ-Werte als solche mit Außenluft. Maßnahmen zur Betriebsoptimierung, wie hydraulischer Abgleich, Monitoring, Anpassung der Heizkurve oder gezielte Regelung der Warmwasserbereitung, trugen nachweislich zur Effizienzsteigerung bei.
Die Wärmepumpen-Datenbank ist eine praxisnahe Ressource für den Wissenstransfer im Gebäudesektor. Sie bietet eine systematische Übersicht über reale Umsetzungsbeispiele und fördert die sachliche Auseinandersetzung mit der Technik. Die Plattform bleibt auch nach Projektende online verfügbar. Das Umweltbundesamt übernimmt künftig die redaktionelle Prüfung und Freigabe neuer Einreichungen, um die Datenbank kontinuierlich zu erweitern und zu aktualisieren. Langfristig soll sie dazu beitragen, die Wärmewende voranzutreiben. ■
Quelle: Umweltbundesamt / fl