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Baumarkt

Bauindustrie: Auftraggeber treten auf die Bremse

HDB

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie warnt, dass immer mehr Auftraggeber auf die Investitionsbremse treten. Die Umsatzentwicklung ist zur Jahresmitte schon deutlich im Minus (real).

Das Statistische Bundesamt hat für den Monat Juni 2022 einen preisbereinigten Rückgang des Auftragseingangs im Bauhauptgewerbe (Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) im Vergleich zum Vorjahresmonat von 13,1 % (kalenderbereinigt: − 11,2 %) und im Vergleich zum Vormonat Mai 2022 von 5,5 % (saison-, kalender- und preisbereinigt) gemeldet. Für das gesamte erste Halbjahr 2022 wird mittlerweile ein reales Minus von 3,0 % ausgewiesen (kalenderbereinigt: − 3,5 %).

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) zu den aktuellen Konjunkturindikatoren für die Bauwirtschaft: „Immer mehr Auftraggeber treten auf die Investitionsbremse. Angesichts des dringenden Modernisierungsbedarfs unserer Infrastruktur und dem hohen Bedarf an Wohnraum ist das ein folgenschweres Signal. An Verkehrswegen, Schulen und Wohngebäuden dürfen wir nicht sparen.“

Vom Ordereinbruch sei nach wie vor der Wohnungsbau mit einem realen Einbruch im Juni 2022 von 16,6 % bzw. im gesamten ersten Halbjahr von 7,1 % am stärksten betroffen. Müller: „Neben der hohen Baukosten und steigenden Zinsen müssen private Bauherren auch noch die steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten stemmen. Da entscheiden sich derzeit doch einige gegen den Hausbau. Aber auch bei institutionellen Investoren werden etliche Wohnungsbauprojekte auf den Prüfstand gestellt und erst einmal verschoben.“ Eine Entspannung für den angespannten Wohnungsmarkt werde es so nicht geben.“

Wirtschaftshochbau ist im Juni 2022 eingebrochen

Müller: „Im Gegensatz zum Vormonat Mai 2022, in dem der Wirtschafts- und der Öffentliche Bau die Lage etwas entspannt haben, wird für Juni 2022 auch hier ein realer Orderrückgang ausgewiesen. Insbesondere der Wirtschaftshochbau ist eingebrochen. Die Verunsicherung scheint nun auch die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes sowie der Dienstleistungsbranche erreicht zu haben.“

Demgegenüber haben der Wirtschaftstiefbau – der zum großen Teil von der Bahn dominiert wird – sowie der Öffentliche Hochbau entgegen dem Branchentrend zugelegt. Dies hätte aber nicht ausgereicht, um die Rückgänge in den anderen Sparten auszugleichen.

Auch der Umsatz der Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten ist weiter im Minus. Müller: „Die schwache Auftragslage aber auch die nach wie vor vorhandenen Lieferengpässe haben die Umsätze im Juni 2022 preisbereinigt um 11,3 % zurückgehen lassen. Für das erste Halbjahr 2022 wird damit mittlerweile ein reales Minus von 2,7 % (nominal: + 12,6 %) ausgewiesen.“

Alle Angaben und Berechnungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. ■
Quelle: HDB / jv

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