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Planungsbüros: wirtschaft­liche Lage bleibt vor­erst ange­spannt

Die Konjunkturbefragung 2026 der Planungsbüros zeigt noch fehlen­de Im­pulse trotz Sonder­ver­mögen und Investitions­an­kün­di­gungen.

Die Ergebnisse der bundesweiten Konjunkturbefragung im Mai und Juni 2026 unter Ingenieur- und Architekturbüros zeichnen weiterhin ein angespanntes Bild der Konjunktur. Bislang zeigen weder die Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren noch neue Finanzierungsmittel wie das Sondervermögen Infrastruktur erkennbare Wirkungen auf die wirtschaftliche Lage der Planungsbüros. Im Auftrag von Verband Beratender Ingenieure, Bundesingenieurkammer, Bundesarchitektenkammer und AHO haben die Marktforscher von IW Consult sowie Reiß & Hommerich bundesweit die konjunkturelle Lage der Branche vermessen.

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Die Lage ist volatiler geworden:

Bei 37 % der Ingenieurbüros ist die Auftragslage im zweiten Halbjahr 2025 sogar zurückgegangen, während sie bei 30 % gestiegen ist, im Vorjahr sank sie bei 35 5 der Büros und stieg bei 27 %. 26 % der Ingenieurbüros fürchten 2026 einen weiteren Rückgang der Aufträge, unter den Architekturbüros sind es sogar 35 %.

So fällt auch der Auftragsbestand der Architekturbüros von durchschnittlich 11,5 auf 10,0 Monate stark, während der Auftragsbestand bei den Ingenieurbüros noch 11,3 Monate reicht und damit gegenüber dem Vorjahr mit 11,1 Monaten stabil ist. Dies hängt auch mit der stärkeren Kopplung der Architekturbüros an die privaten Auftraggeber zusammen, bei denen häufiger Kündigungen und Leistungskürzungen zu beobachten sind.

22 % der Architektur- und 19 % der Ingenieurbüros beschreiben ihre wirtschaftliche Lage zum Jahresbeginn 2026 als schlecht oder eher schlecht. Besonders verhalten fällt die Einschätzung bei den Innenarchitekten sowie bei den in der Tragwerksplanung und Verkehrsanlagen tätigen Ingenieurbüros aus. Zufriedener zeigen sich dagegen die Büros für Landschaftsarchitektur und die Ingenieurbüros im Bereich der Objektplanung für Ingenieurbauwerke.

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Dramatische Lage beim Wohnungsbau belastet

Insgesamt befürchten 5 %, den Betrieb in den nächsten Monaten einstellen zu müssen, 14 % sehen ihre Zukunft als ungewiss. Dabei zeigt sich, dass die Zukunftsaussichten gerade bei den kleinen Büros mit weniger als 10 Mitarbeitern besonders kritisch eingeschätzt werden. Angesichts der dramatischen Lage beim Wohnungsbau und dem enormen Bedarf bei der Infrastruktursanierung und Energiewende ist das ein alarmierender Befund.

Die Ursachen der angespannten Lage liegen vor allem in den wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Bei Ingenieur- und Architekturbüros werden regulatorische Anforderungen, gestörte Projektabläufe und der wirtschaftliche Abschwung besonders häufig als Hemmnisse genannt. Viele Architekturbüros machen aber auch die Materialkostensteigerungen für die wirtschaftlich maue Lage verantwortlich.

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„Planungsleistungen angemessen vergütet werden“

Dazu erklärt Bundesingenieurkammerpräsident Dr. Heinrich Bökamp: „Die wirtschaftliche Lage vieler Planungsbüros ist zunehmend angespannt. Steigende Personal- und Sachkosten und hohe Anforderungen an Planung und Dokumentation setzen die Büros erheblich unter Druck. Wenn wir wollen, dass auch künftig ausreichend Planungskapazitäten und die „beste Idee“ für die dringend benötigte Infrastruktur, den Wohnungsbau und die Energiewende zur Verfügung stehen, müssen Politik und öffentliche Auftraggeber jetzt handeln: Projekte müssen verlässlich finanziert, Prozesse verschlankt und Planungsleistungen angemessen vergütet werden.“

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VBI-Präsident Jörg Thiele: „Bislang kommt das Sondervermögen in den Ingenieurbüros nicht an. So wird die Infrastruktur in Deutschland in den kommenden drei Jahren nicht spürbar besser. Wir fordern eine echte Zusätzlichkeit der Mittel, damit endlich mehr Schienen und Straßen saniert werden können.“

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Klaus-D. Abraham, Vorstandvorsitzender des AHO: „Wir müssen unseren Nachwuchs fördern und jungen Berufseinsteigern Perspektiven mit angemessenen Verdienstmöglichkeiten bieten, um die Qualitätsstandards zu sichern. Auch die Politik muss hierfür die entsprechenden Randbedingungen setzen. Dazu zählt die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die schnellstmöglich abgeschlossen werden muss.“ ■
Quelle: BIngK, VBI, AHO, BAK / jv

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