Der deutsche Heizungsmarkt hat im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19 % zugelegt. 99 % vom Wachstum entfiel auf Heizungs-Wärmepumpen.
Nach Erhebungen des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) sind von Januar bis Juni 2026 insgesamt 352.000 wasserführende Wärmeerzeuger abgesetzt worden, 19 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 194.500 Geräte auf Heizungs-Wärmepumpen (+40 %), 134.000 auf gasbasierte Wärmeerzeuger (+1 %), 9500 auf ölbasierte Wärmeerzeuger (−11 %) und 14.000 auf Biomasse-Heizungen (−1 %).
JV / Daten: BDH
Wärmepumpen waren im ersten Halbjahr der wichtigste Wachstumstreiber im Heizungsmarkt und machten mit 55 % mehr als die Hälfte des Gesamtabsatzes aus. Im Rahmen der Rundungsgenauigkeit auf 500 Stück stieg der Absatz um insgesamt 55.500 Geräte und bei Heizungs-Wärmepumpen um 55.000 Geräte. Das Stückzahlwachstum wurde somit zu 99 % von Heizungs-Wärmepumpen getragen. Beim Umsatz der Heizungshersteller dürfte die Entwicklung noch eindeutiger ausfallen.
BDH: Modernisierungsrate ist zu gering
Setzt sich die Entwicklung des ersten Halbjahres im Gesamtjahr fort, ist 2026 mit einem Absatz von rund 700.000 Wärmeerzeugern zu rechnen. Damit zeichnet sich für den BDH gegenüber 2025 nur eine leichte Stabilisierung ab. Um die Modernisierung des Gebäudebestands zu beschleunigen und die Klimaziele zu erreichen, benötige der Markt zusätzliche Dynamik. Etwa 4 Millionen Heizungen sind älter als 30 Jahre und über 40 % der 21,5 Millionen Heizungen in Deutschland entsprechen laut BDH nicht dem Stand der Technik.
Markus Staudt, BDH-Hauptgeschäftsführer: „Das kräftige Wachstum bei Wärmepumpen ist ein wichtiges positives Signal und zeigt, welches Potenzial im Markt vorhanden ist. Jetzt kommt es darauf an, diese Entwicklung zu verstetigen und auf den Gesamtmarkt auszuweiten.“
Ob mit „Gesamtmarkt“ auch Gas- und Öl-Heizungen gemeint sind, lässt das Statement offen. Jedenfalls fordert der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie, dass die Wahlfreiheit nicht durch eine einseitige Begünstigung des Wärmenetzausbaus eingeschränkt werden dürfe. Vor der Förderung neuer oder erweiterter Netze braucht es einen technologieoffenen Vollkostenvergleich mit dezentralen Lösungen und vorhandenen Infrastrukturen. Etwa 90 % der abgesetzten Wärmerzeuger gehen in die Modernisierung bestehender Heizungsanlagen, bei Gas-Heizungen liegt der Anteil bei etwa 96 % und bei Öl-Heizungen bei nahezu 100 %. ■
Quelle: BDH, eigene Berechnungen / jv
BDH
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