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Der Heizungsbestand entwickelt sich träge und zuletzt mit vielen sich überlagernden Effekten. Inzwischen ist aber klar: Gas-Heizungen sind bereits auf einem flachen Abstieg. „Peak Gas-Heizungen“ hat jetzt ein Datum.
Im Jahr 2023 hat die Heizungsindustrie laut BDH 790.500 Gas-Heizkessel abgesetzt. So viele wie nie zuvor. Und in den 25 Jahren davor gab es nur 8 Jahre, in denen die BDH-Absatzstatistik insgesamt mehr als 790.500 wasserführende Wärmeerzeuger ausweist. Mittlerweile muss man davon ausgehen, dass es sich dabei zu einem großen Teil um Vorzieheffekte gehandelt hat.
Obwohl das Jahr 2023 beim Absatz von Gas-Heizkesseln so extrem heraussticht konnte es „Peak Gas-Heizungen“ nicht verschieben: Laut den einzelnen Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks war im Jahr 2022 der Bestand an Gas-Heizkesseln mit 13,982 Mio. Gas-Heizkesseln auf seinem Maximum (ohne Raum- und Warmwasserheizer).
Zum gleichen Wendepunkt kommt der „Statusreport: Wärme“ des BDEW für die Messzahl Wohnungsbestand in Wohn- und Nichtwohngebäuden: das relative Maximum lag mit einem Anteil von 56,4 % im Jahr 2022, die vorläufige Schätzung für 2025 liegt bei 56,0 %. Verglichen mit dem steilen Bestandsaufbau ist die aktuelle Entwicklung eher eine Seitwärtsbewegung mit leichtem Gefälle.
Wanderbewegungen sortieren sich neu
Beim Bestand an Gas-Heizkesseln ist die Entwicklung durch den großen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern bei der Heizungsmodernisierung deutlicher, jedoch ließen die vor einem Jahr veröffentlichten ZIV-Erhebungsdaten für 2024 zunächst offen, ob es nur eine vorübergehende Schwächephase war. In der Gesamtbewertung verfestigt sich aber mit den Daten für 2025 der Abwärtstrend. Das erklärt auch einen Teil der laufenden Debatte, denn mit Gas-Heizungen sind zahlreiche über Jahrzehnte aufgebaute Geschäftsmodelle verbunden. Ob mit dem GModG noch einmal eine Stagnationsphase kommt, bleibt vorerst offen.
Dass es bis einschließlich 2022 (trotz Gaskrise) einen Aufwuchs beim Bestand an Gas-Heizkesseln gab, resultiert nur zu einem geringen Teil aus dem Neubau: Der überwiegende Zulauf erfolgte in den letzten Jahren durch den Wechsel von Heizöl und Festbrennstoffen zu Gas. Die früher mit einem Wechsel von Heizöl zu Erdgas verbundenen Vorteile zeihen heute kaum noch.
Mit R290-Wärmepumpen gibt es für potenzielle Wechsler in älteren Gebäuden inzwischen neben Pellet-Heizkesseln eine weitere attraktive Option, und komplett vorgefertigte Energiecontainer mit Wärmepumpen-Kaskaden erschließen weitere Marktsegmente im Geschosswohnungsbau.
Über den Bio-Treppen-Rabatt im GModG für Hybridheizungen könnte die Erosion im Gas-Heizkesselbestand etwas verlangsamt werden, für diese Anlagen sinkt dann jedoch die Gasmenge erheblich – und der Bio-Treppen-Rabatt bremst den Biomethanhochlauf bis auf das Niveau der Grüngas-Quote ab.
„Peak Öl-/Gas-Heizungen“ war im Jahr 2020
Unabhängig davon liegt der gemeinsame „Peak Öl-/Gas-Heizungen“ bereits im Jahr 2020. Bis 2025 ist ihr Bestand durch Rückbau sowie Zentralisierung und den Umstieg auf leitungsgebundene Wärme, Biomasse-, Strom- und insbesondere Wärmepumpen-Heizungen zuzüglich Gas- und Öl-Heizkesseln in Neubauten um etwa 4 % gesunken. Für mehr Dynamik kann zurzeit nur der Umstieg auf Wärmepumpen- und Biomasse-Heizungen sorgen. ■
Quellen: ZIV-Erhebungen, BDH-Absatzmeldungen / jv
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