Was den Heizungsmarkt antreibt, bremst und begleitet, zeigt sich auf dem Zeitstrahl. Dabei wird es In der 12. Ausgabe der parallel zur Marktentwicklung des herstellerseitigen Absatzes wasserführender Wärmeerzeuger (Daten: BDH-Absatzstatistik) erstellten Ereignisdokumentation neuerdings eng – um mögliche Einflüsse einzutragen und auch für die Hersteller, insbesondere von Öl- und Gas-Heizkesseln.
JV / Absatzdaten: BDH
Bei der Fortschreibung der Grafik mussten zwischenzeitlich unter anderem das mehrjährige Ringen um den Steuerbonus, Diskussionen um die Photovoltaik-Förderung und die ebenfalls um die Rücklagen der Heizungsbesitzer buhlende Kfz-Abwrackprämie sowie Gesetze und Verordnungen, die schon wieder zu den Akten gelegt worden sind, Platz machen. „Kuschelig“ wird es ab dem Jahr 2020.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 627.000 wasserführende Wärmeerzeuger abgesetzt („an den Handel übergeben“, siehe Infokasten).
● 2025 haben Heizungs-Wärmepumpen mit einem Absatz von 299.000 Geräten und einem Plus von 55 % die Spitzenposition übernommen.
● Bei Gas-Heizkesseln sank 2025 der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 33 % auf 276.500 Geräte.
● Bei Öl-Heizkesseln ist der Absatz um 74 % auf 22.500 Geräte eingebrochen.
● Bei Biomasse-Heizkesseln gab es 2025 gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 21 % auf 29.000 Geräte.
In der BDH-Statistik sind übrigens im Jahr 2025 die Öl-Niedertemperatur-Heizkessel „ausgestorben“, bzw. sind sie unter 249 Geräten geblieben. Da die Absatzzahlen auf 500 gerundet werden, steht nun eine Null in der Bilanz. Umgestellt wurde in der Grafik die Stapelung, um die strukturellen Veränderungen sichtbarer zu machen. ■
Quelle: BDH (Absatzzahlen), eigene Darstellung / jv
Zur Einordnung:
● „Abgesetzt“ oder aus Sicht der Gerätehersteller „verkauft“ ist nicht gleichbedeutend mit „eingebaut“ oder „installiert“. Eine deutliche Differenz gibt es für das Kalenderjahr 2023 bei Heizungs-Wärmepumpen. Etwa ein Fünftel der im Jahr 2023 abgesetzten Wärmepumpen stand am 1. Januar 2024 ohne konkrete Zuordnung zu einem Projekt noch in den Branchenregalen. Dieser Überhang hat den Wärmepumpenabsatz im Jahr 2024 verringert. Auch bei schon produzierten aber noch nicht abgesetzten Wärmepumpen gab es in den Lagerregalen der Hersteller Ende 2023 einen ungewöhnlich hohen Überhang, sodass die Auslastung der Produktionskapazitäten im Jahr 2024 zusätzlich belastet worden sind.
● Eine Ausrüstung neu errichteter Gebäuden mit einer Öl-Heizung findet kaum noch statt. Auch bei Gas-Heizungen ist der Anteil in fertiggestellten Gebäuden deutlich rückläufig und bei neu genehmigten Gebäuden stark rückläufig. Die überwiegende Anzahl der im Jahr 2025 abgesetzten Gas- und Öl-Heizungen erneuert somit alte bzw. havarierte Gas- und Öl-Heizungen. Biomasse-Heizungen werden überwiegend im Gebäudebestand installiert und ersetzen dort Öl- und Gas-Heizungen. Neu fertiggestellte Gebäude werden überwiegend mit Wärmepumpen beheizt. In den Jahren 2022 bis 2024 sind pro Jahr etwa 65.000 Heizungs-Wärmepumpen in Neubauten technisch in Betrieb genommen worden. Für 2025 sind dem Neubau durch eine geringere Bautätigkeit vermutlich etwas weniger Heizungs-Wärmepumpen zuzuordnen. Die restlichen Heizungs-Wärmepumpen ersetzen überwiegend Gas- und Öl-Heizungen, teilweise werden sie auch mit bestehenden oder neuen Gas,- Öl- und Biomasse-Heizungen kombiniert.
● In der BDH-Statistik sind Luft/Luft-Wärmepumpen nicht berücksichtigt. Zudem wird bei Wärmepumpen nicht zwischen der Anzahl der Geräte und den Anzahl von Anlagen differenziert. Häufig werden mehrere kleinere Heizungs-Wärmepumpen zu einer Einheit mit einer höheren Leistung und Modulation kaskadiert.