Im Juni 2026 gab es bei der Heizungsförderung 42.770 neue Projektzusagen. Nur im Dezember 2025 war das Interesse noch höher.
Im Juni 2026 ist die Nachfrage bei der KfW-Heizungsförderung als Einzelmaßnahme (BEG EM) gegenüber dem Vormonat um 16,6 % gestiegen. Das seit vier Monaten erhöhte Niveau korreliert mit einer deutlichen Verteuerung fossiler Brennstoffe nach dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026 und der zunächst politischen Einigung zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG; die 1. Lesung im Bundestag fand erst am 11. Juni 2026 statt).
JV / Daten: BMWE
Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich im Juni 2026 die Projektzusagen um 101 %. Der Vorjahresmonat war unter anderem vom Antritt der Merz-Regierung im Mai 2025 geprägt. Im Koalitionsvertrag wurden zwei wichtige Sätze verewigt:
- „Wir werden das Heizungsgesetz abschaffen.“ Das ist seit dem 29. Juli 2027 mit den neuen heizungstechnischen Anforderungen unter dem neuen Namen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) erledigt. Weil frühzeitig klar war, dass es für selbstnutzende Heizungsmodernisierer keine maßgeblichen Vorteile bringt, könnte dies auf die Nachfrage bei der Heizungsförderung abgefärbt haben.
- „Die Sanierungs- und Heizungsförderung werden wir fortsetzen.“ Eine gewisse Skepsis an vergleichbaren Aussagen ist schon seit vielen Monaten zu beobachten. Der temporäre Antragsstopp im Juli und eine Änderung der Förderkondition können sich im Juni aber noch nicht niedergeschlagen haben.
Von Januar bis Ende Juni 2026 lagen die Projektzusagen insgesamt um 39,3 % und bei Wärmepumpen 48,8 % (+60.500) über dem Vorjahreszeitraum.
Da die Zusagen zur Heizungsförderung praktisch unmittelbar nach dem Einreichen vollständiger Antragsunterlagen erteilt werden, spiegeln sie das Marktgeschehen zeitnah wider (bei der Antragstellung muss ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag, geschlossen unter Vereinbarung einer auflösenden oder aufschiebenden Bedingung der Förderzusage, vorliegen).
Bilanz: 1. Januar bis 30. Juni 2026
Grundsätzlich ist zu beachten, dass in der „Anzahl der Zusagen ohne Zusatzanträge“ bei Wohneigentümergemeinschaften und Mehrfamilienhäusern lediglich die Basisanträge exklusive Zusatzanträgen berücksichtigt sind, die „Anzahl Zusagen mit Zusatzanträgen“ wird für Januar bis Juni 2026 mit 243.252 angegeben.
Zudem erfolgt gebäudebezogen die Zusage für einen einzelnen Wärmeerzeuger oder für mehrere Wärmeerzeuger gleichzeitig. Die Anzahl der zugesagten Wärmeerzeuger (205.122) übersteigt dadurch die Anzahl der Zusagen. Die „Anzahl der Zusagen ohne Zusatzanträge“ dürfte die dichteste Annäherung an die Anzahl der involvierten Heizungsanlagen sein.
Im Zeitraum 01.01. bis 30.06.2026 wurden (noch aktiv) erteilt:
- 203.481 Zusagen ohne Zusatzanträge
- 184.581 Zusagen für Wärmepumpen (WP)
- 164.577 Zusagen mit Effizienzbonus (nur WP)
- 12.695 Zusagen für Biomasse-Heizungen
- 9.141 Zusagen mit Emissionsminderungszuschlag (nur Biomasse)
- 1.485 Zusagen für Solarthermie
- 5.773 Zusagen für Wärmenetzanschlüsse und
- 134.187 Zusagen mit Klimageschwindigkeits-Bonus
Für die Zusagen (ohne Brennstoffzellenheizungen und ohne innovative Heiztechnik) ergibt sich folgende Wärmeerzeugerstruktur:
- 90,0 % der Zusagen entfallen auf Wärmepumpen
- 6,2 % der Zusagen entfallen auf Biomasse-Heizungen
- 0,7 % der Zusagen entfallen auf Solarthermie-Anlagen
- 2,8 % der Zusagen entfallen auf Wärmenetz-Anschlüsse
- 0,2 % der Zusagen entfallen auf Gebäudenetz-Anschlüsse und
- 0,038 % der Zusagen entfallen auf wasserstofffähige Gas-Heizungen
Seit April 2026 liegen Wärmepumpen bei den Projektzusagen nach Wärmeerzeugern über der 90-%-Marke. In Vorjahresmonaten ergaben sich Anteil von 82,9 % bis 85,0 %.
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Anträge für die BEG-EM-Heizungsförderung sind grundsätzlich vor Beginn der Arbeiten zu stellen. Verbindlich reserviert sind die Zuschüsse erst nach einer Zusage durch die KfW. Nach einer Zusage haben die Kunden 36 Monate Zeit, den Heizungsaustausch durchzuführen. Wichtig ist jedoch die Einhaltung von Abschnitt 9.5.1 Zuschussförderung der BEG-EM-Förderrichtlinie. Weitere Infos zur Heizungsförderung: www.kfw.de/nachhaltige-heizung ■
Quelle: BMWE, eigene Berechnungen / jv
Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten
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