Stiebel Eltron
Das ehemalige Maschinenbauwerk in direkter Nähe zum Hauptsitz in Holzminden hatte Stiebel Eltron Ende 2022 erworben und für rund 7,6 Mio. Euro umgebaut. Nach dem Start der Produktion im Dezember 2023 folgte aufgrund der eingebrochenen Nachfrage nach Wärmepumpen bereits im Mai 2024 die Unterbrechung. Die aktuelle Erholung des Marktes führte nun zur Reaktivierung des Standorts. Das Unternehmen produziert dort Luft/Wasser-Wärmepumpen der neuen Produktgeneration wpnext.
„Wir sind überzeugt, dass der Markt nicht nur stabil bleiben, sondern zukünftig weiterwachsen wird“, erklärt Dr. Kai Schiefelbein, CEO von Stiebel Eltron. „Denn die Wärmepumpe hat dem Gaskessel auch in Deutschland endgültig den Rang abgelaufen: 2025 war sie erstmals die meistverkaufte Heizung in Deutschland.“
Neue Produktgeneration als Wachstumstreiber
Trotz der Krise hat Stiebel Eltron die Produktentwicklung konsequent vorangetrieben. „Wir haben 2025 ein komplett neues Wärmepumpenportfolio über alle Bereiche mit dem sehr effizienten natürlichen Kältemittel Propan in den Markt gebracht – darunter die weltweit erste echte Luft/Wasser-Heizungswärmepumpe für die Innenaufstellung“, berichtet Schiefelbein. Das Unternehmen hält 45 Patente im Zusammenhang mit den neuen Geräten.
Die neue Baureihe zeichnet sich durch ein modulares Konzept, hohe Leistungsfähigkeit, niedrige Schallemissionen, ein mehrstufiges Sicherheitskonzept sowie optimierte Systemeffizienz aus. Die Geräte sind zudem digital vernetzt.
Branche fährt Achterbahn
Die Wärmepumpenbranche erlebte in den vergangenen Jahren äußerst starke Schwankungen. „Nach einem Rekordjahr 2023 mit über 350.000 verkauften Geräten brach der Absatz 2024 deutlich ein – auf gerade einmal 193.000 Geräte. 2025 ging es im Wärmepumpenabsatz dann wieder bergauf auf 284.000 Stück“, nennt Schiefelbein die Absatzzahlen der Branche in Deutschland. „Ein ziemliches Auf und Ab, das sich auch in unserer Umsatzentwicklung niedergeschlagen hat – oder anders gesagt: Willkommen in der Achterbahn.“
Stiebel Eltron
Stabile Rahmenbedingungen gefordert
Die starke Abhängigkeit von politischen Rahmenbedingungen stelle die gesamte Branche vor Herausforderungen – nicht nur die Industrie, auch das Handwerk, Zulieferer und natürlich auch die Verbraucher. Schiefelbein fordert daher vor allem Kontinuität – unter anderem in Form von einer dauerhaft verlässlichen Förderpolitik.
„Entwicklungs- und Planungszyklen in der Industrie verlaufen langfristig – kurzfristige Förderentscheidungen oder Richtungswechsel gefährden die notwendige Planungssicherheit und damit natürlich auch Investitionen.“ Alle deutschen Heizungshersteller hätten in den vergangenen Jahren massiv in die Wärmepumpe, in Forschung und Entwicklung sowie Kapazitätsaufbau investiert. „Es kann kein Politiker wollen, dass daraus Investitionsruinen werden.“
Trotz der Herausforderungen blickt das Unternehmen zuversichtlich in die Zukunft. Mit dem Produktionsstart in Höxter und der Einführung der neuen Wärmepumpengeneration unterstreicht Stiebel Eltron sein Vorhaben, auch künftig ein wichtiger Akteur auf dem deutschen und internationalen Wärmepumpenmarkt zu sein. ■
Quelle: Stiebel Eltron / ml
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