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CO2-Bepreisung

2025: 21,4 Mrd. Euro Einnahmen aus dem Emissionshandel

Nomad Pixel – stock.adobe.com

Die Einnahmen aus dem europäischen und dem nationalen Emissionshandel lagen in Deutschland im Jahr 2025 bei 21,4 Mrd. Euro. Nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) lagen die Erlöse aus den beiden Klimaschutzinstrumenten damit deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres (18,5 Mrd. Euro). Die Erlöse fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF).

„Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt. In Kombination mit weiteren wirkungsvollen Maßnahmen setzt die CO2-Bepreisung entscheidende Impulse für den klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft“, sagt ⁠UBA⁠-Präsident Dirk Messner.

„Dabei spielen die Einnahmen aus dem Emissionshandel eine unerlässliche Rolle: Sie fließen in Programme zum ⁠Klimaschutz⁠, zum Beispiel in die energetische Gebäudesanierung, in die Dekarbonisierung der Industrie sowie in den Ausbau der erneuerbaren Energien, der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur. Auf diese Weise schafft der Emissionshandel den notwendigen Dreiklang aus ambitioniertem Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Diese Grundsätze müssen in den kommenden Verhandlungen zur Reform der europäischen Klimaschutzpolitik für den Zeitraum bis 2040 und auch mit Blick auf die deutsche Klimapolitik konsequent berücksichtigt werden.“

Der Europäische Emissionshandel 1 (EU-ETS 1) umfasst die Treibhausgasemissionen aus Energie- und energieintensiven Industrieanlagen, des innereuropäischen Luftverkehrs sowie des Seeverkehrs. Im EU-ETS 1 wurden im Jahr 2025 Auktionserlöse von rund 5,4 Mrd. Euro erzielt. Damit lagen die Einnahmen leicht unter dem Vorjahresniveau (2024: 5,5 Mrd. Euro). Dagegen stiegen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung im nationalen Emissionshandel (nEHS) für Wärme und Verkehr gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Im nEHS lagen die Einnahmen im Jahr 2025 bei rund 16 Mrd. Euro und damit rund 23 % über dem Vorjahreswert (2024: 13 Mrd. Euro).

EU-ETS 1: EUA-Preisanstieg und geringere Auktionsmengen

Im EU-ETS 1 wird die Menge der zugeteilten Emissionsberechtigungen (EUA) jährlich reduziert, um die Emissionen schrittweise immer stärker zu begrenzen. Auch im Jahr 2025 wurde die Versteigerungsmenge weiter gekürzt. Hier spiegelt sich die europäische Reform zur Stärkung des Emissionshandels aus dem Jahr 2023 wider. Konkret sank die Zahl der versteigerten EUA für Deutschland im Jahr 2025 auf 73,5 Mio. (2024: 85 Mio.). Die Auktionen werden an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig im Auftrag des UBA durchgeführt.

Durch die Marktpreisentwicklungen erhöhte sich gleichzeitig der durchschnittliche EUA-Auktionspreis: Dieser lag 2025 mit 73,86 Euro oberhalb des Vorjahreswertes (2024: 65 Euro). Das Preisniveau im EU-ETS 1 war damit 2025 weiterhin deutlich höher als im nEHS (55 Euro).

nEHS: Preisanstieg und konstante Verkaufsmenge

Ergänzend zum EU-ETS 1 startete 2021 in Deutschland der nEHS für Wärme und Verkehr. Bis 2022 waren zunächst nur die Hauptbrennstoffe Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssig- und Erdgas Teil des nEHS. Ab 2023 kamen alle weiteren Brennstoffe, darunter auch Kohle, dazu. Seit 2024 sind auch die CO2-Emissionen von Abfallverbrennungsanlagen erfasst.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 277 Mio. nEHS-Zertifikate (nEZ) zu einem Festpreis von 55 Euro pro nEZ im Gesamtwert von über 15,2 Mrd. Euro an der EEX im Auftrag des UBA verkauft. Weitere rund 17 Mio. nEZ wurden im Rahmen der begrenzten Nachkaufmöglichkeit von nEHS-Zertifikaten zum Festpreis des Vorjahres (45 Euro pro nEZ) veräußert – dies entspricht Erlösen von rund 770 Mio. Euro. Die Gesamteinnahmen des nEHS aus dem Verkauf der insgesamt rund 294 Mio. nEZ beliefen sich damit im Jahr 2025 auf rund 16 Mrd. Euro.

Neuer Preiskorridor für Emissionszertifikate ab 2026

Infolge des nahezu unveränderten Umfangs veräußerter nEHS-Zertifikate im Jahr 2025 und des von 45 auf 55 Euro gestiegenen Festpreises konnten deutlich höhere Einnahmen verzeichnet werden (2024: 295 Mio. nEZ mit den Jahreskennungen 2024 und 2023 im Gesamtwert von rund 13 Mrd. Euro). 2026 werden nEZ erstmals in einem Preiskorridor mit einem Mindestpreis von 55 Euro und einem Höchstpreis von 65 Euro versteigert. Ab 2028 wird der nEHS durch den bereits 2023 beschlossenen Europäischen Emissionshandel für Brennstoffe (EU-ETS 2) größtenteils abgelöst werden.

„Die umfangreichen Verkaufsmengen im nEHS spiegeln das mit Blick auf die Klimaziele deutlich zu hohe Emissionsniveau im Gebäude- und Verkehrsbereich wider. Der klimapolitische Handlungsdruck ist in diesen Sektoren enorm“, sagt Christoph Kühleis, kommissarischer Leiter des Fachbereichs „Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle“ im UBA. „Der EU-ETS 2 hat das Potenzial, sich hier zum Taktgeber einer europäischen Modernisierungsagenda zu entwickeln. Denn er steigert die Wirtschaftlichkeit klimaschonender Technologien und schafft gleichzeitig über die Versteigerungserlöse den Spielraum für eine gezielte soziale Flankierung.“

Die DEHSt im UBA ist für den Vollzug des nationalen Emissionshandels, des Europäischen Emissionshandels und seit Dezember 2023 auch für den Europäischen CO2-Grenzausgleichsmechanismus (⁠CBAM⁠) in Deutschland zuständig. Die DEHSt übernimmt auch die wichtige Rolle als direkter Anbieter von EUA und nEZ für Deutschland auf dem Primärmarkt der Leipziger Energiebörse EEX. Die EEX verkauft und versteigert EUA und nEZ im Auftrag des UBA. ■
Quelle: Umweltbundesamt / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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