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Wärmewende

Pelletheizungen: zu­frie­de­ne Nut­zer, un­ter­schätz­ter Bei­trag

AlexGo - stock.adobe.com

Knapp neun von zehn Besitzern sind mit ihrer Pelletheizung zufrieden, doch der Anteil von Holzenergie an der erneuerbaren Wärme in Deutschland ist kaum bekannt. Das Deutsche Pelletinstitut fordert eine stärkere Anerkennung der heimischen Holzenergie.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) beleuchtet die Wahrnehmung von Holzenergie und die Zufriedenheit von Pelletheizungsbesitzern. Die im April 2026 veröffentlichten Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz: Während die Nutzer von Pelletheizungen überzeugt sind, wird der Beitrag von Holzenergie zur Energiewende in der breiten Öffentlichkeit stark unterschätzt.

DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele bezeichnet dies als problematisch, besonders angesichts der aktuellen Energiekrise mit hohen Preisen und unsicherer Versorgung. Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft trägt demnach über 60 % zur erneuerbaren Wärme in Deutschland bei.

Hohe Nutzerzufriedenheit und klare Präferenzen

Die Umfrageergebnisse unterstreichen die hohe Akzeptanz von Pelletheizungen bei ihren Betreibern. Fast neun von zehn Befragten äußern sich zufrieden mit ihrer Pelletheizung und haben einen positiven Eindruck vom Heizen mit Holzpellets. Die Weiterempfehlungsrate liegt bei sieben von zehn Befragten.

DEPI-Umfrage: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Pelletheizung?

DEPI

DEPI-Umfrage: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Pelletheizung?

Bei der Entscheidung für eine neue Heizung sind für die Mehrheit der befragten Hausbesitzer die laufenden Kosten der wichtigste Aspekt. Ein Drittel der Befragten legt zudem Wert auf eine zukunftsfähige Technologie. Für Besitzer von Pelletheizungen spielen Betriebs- und Wartungskosten sowie der Anteil erneuerbarer Energien eine überdurchschnittlich große Rolle. Laut DEPI haben Pelletheizer in den letzten zehn Jahren finanziell profitiert, da Pellets einen durchschnittlichen Preisvorteil von 25 % gegenüber Heizöl und 30 % gegenüber Erdgas aufweisen.

Blickt man auf die bevorzugten Heizsysteme für die Zukunft, so dominiert die Wärmepumpe in der allgemeinen Bevölkerung mit 53,8 %. Gas wird noch von 28,6 % in Betracht gezogen, während Heizen mit Holz insgesamt auf knapp 24,7 % kommt. Pelletzentralheizungen erreichen dabei einen Anteil von 8 %. Eine klare Präferenz zeigt sich jedoch bei den aktuellen Pelletheizungsbesitzern: Knapp die Hälfte von ihnen würde auch zukünftig auf Holzenergie setzen. Andere Optionen wie Öl (0,2 %) spielen hier kaum eine Rolle, Gas oder Wasserstoff werden kritisch gesehen. Ein Viertel der Pelletheizer erwägt zudem Solarthermie, vermutlich zur Heizungsunterstützung.

Der unterschätzte Beitrag von Holzenergie

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist die geringe Kenntnis über den tatsächlichen Beitrag von Holz zur Wärmewende. Kaum jemand ist sich bewusst, dass Holz über 60 % der erneuerbaren Wärme in Deutschland liefert. Selbst unter Pelletheizungsbesitzern unterschätzen mehr als zwei Drittel diesen Anteil erheblich.

Bentele betont die Relevanz: „Ohne Holzenergie wären Deutschlands Klimaziele im Gebäudesektor in noch weiterer Ferne.“ Er verweist darauf, dass Holz mehr als 60 % der erneuerbaren Wärme bereitstellt, was 17,8 % des gesamten Wärmeverbrauchs entspricht (AGEE-Stat 9/25). Holzenergie reduziere die Abhängigkeit von teuren Öl- und Gasimporten. Allein Pelletheizungen sparen demnach jährlich über 4,5 Mio. t CO2 ein, und der heimische Rohstoff wird nicht einmal vollständig genutzt. Angesichts möglicher Strafzahlungen an die EU für verfehlte Klimaziele fordert Bentele die Politik auf, die Wärmewende mit allen verfügbaren Technologien voranzutreiben. ■
Quelle: DEPI / fl