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Mehrere Unternehmen und Organisationen haben sich am 8. Juni 2026 klar positioniert: „Knappe grüne Moleküle effizient einsetzen: Ein Plädoyer gegen die Grüngasquote“.
Die Motivation für das Plädoyer gegen die Grüngasquote mag nicht bei allen Unterzeichnen zu 100 % deckungsgleich sein, es fasst aber vielstimmige Warnungen bereits einleitend zusammen:
„Eine Grüngasquote (GGQ) im Gebäudebereich wirkt auf den ersten Blick plausibel, würde in der Praxis aber knappe grüne Gase – insbesondere Biomethan – in einen Sektor lenken, der sich in der Breite effizient elektrifizieren lässt. Das erhöht Kosten- und Verteilungsrisiken, schafft Lock-in-Anreize für gasförmige Infrastrukturen und schwächt die Transformation dort, wo Moleküle und Kohlenstoffquellen tatsächlich unverzichtbar sind.
Zusätzlich kann eine Quote systemische Nebenwirkungen auslösen: steigende Netzentgelte durch hohe Einspeiseinfrastrukturkosten bei sinkender Anschlusszahl, sowie Risiken für das Stromnetz durch den Wegfall steuerbarer Biogas-Verstromung. Auch wenn die im GModG vorgesehene Biotreppe in einem engeren Rahmen als die allgemeine Grüngasquote wirkt, ist sie vor diesem Hintergrund ähnlich zu bewerten.“
Das GModG-Konzept findet wenig Zustimmung
Wer sich für das Plädoyer zusammengeschlossen hat, ist bereits bemerkenswert. Dass es diesen Anlass überhaupt gibt, kristallisiert das allgemeine Kopfschütteln über das mangelhafte GModG-Konzept. Die Grüngas-Quote wurde mit der Vorlage der ersten GModG-Eckpunkte bisher nur angedeutet und wird nicht im Gebäudemodernisierungsgesetz geregelt, ist aber zwangsläufig mit den dort hinterlegten Anforderungen rückgekoppelt.
Im Vorfeld gab es schon aus der Gaswirtschaft Kritik, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen: Die im GModG hinterlegte Bio-Treppe für den Einbau neuer Gas- und Öl-Heizungen störe nur, eine Grüngas-Quote sei allein ausreichend.
Man darf gespannt sein, wie sich nun die Regierungsfraktionen positionieren. Ein kleiner Rückblick: Im Koalitionsausschuss am 29. März 2017 konnte sich die damalige GroKo nicht zu einem Endspurt durchringen und hat das GEG von der Liste der noch zu erledigenden Punkte aus dem Koalitionsvertrag gestrichen. Vorher gab es eine Rote Karte von der CDU-Fraktion. So lag erst 1003 Tage nach der Vorlage des 1. Referentenentwurfs am 23. Oktober 2019 ein Regierungsentwurf für das Gebäudeenergiegesetz vor, das nun die KleiKo überschreiben will... ■
Quelle: „Ein Plädoyer gegen die Grüngasquote“; eigene Aufzeichnungen / jv
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