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Digitale Lösungen zur Überwachung und Optimierung des Heizbetriebs verzeichnen deutliches Wachstum, bleiben aber in Mehrfamilienhäusern noch eine Nische. Dabei bieten sie ein Sparpotenzial von 10 bis 20 % Energie.
Eine aktuelle Umfrage des Kompetenzzentrums für Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) unter Technologieanbietenden, veröffentlicht von der dena, beleuchtet den aktuellen Stand. Die Ergebnisse zeigen ein starkes Marktwachstum, dem jedoch eine geringe Marktdurchdringung gegenübersteht.
Die Umfrage, die sich auf „Digitales Heizungsmonitoring in deutschen Mehrfamilienhäusern“ konzentriert, offenbart eine positive Entwicklung: Die angebotenen Lösungen kommen zunehmend zum Einsatz. In den vergangenen drei Jahren verzeichneten die teilnehmenden Unternehmen jährliche Wachstumsraten von über 50 %. Dieses Wachstum geht jedoch von einem niedrigen Gesamtniveau aus. Laut der Erhebung sind digitale Lösungen derzeit nur in knapp über 4 % der Mehrfamilienhäuser im Einsatz, obwohl deutlich höhere Zuwachsraten möglich wären.
KEDi
Potenzial für Klimaziele und Kostensenkung
Heike Marcinek, Arbeitsgebietsleiterin Klimaneutrale Gebäude bei der dena, betont die Bedeutung dieser Technologien: „Ein konsequenter Rollout solcher technischen Lösungen könnte einen entscheidenden Beitrag leisten, die Klimaziele 2030 im Gebäudesektor zu erreichen.“ Digitale Lösungen ermöglichen eine schnelle und wirtschaftliche Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich sowie der damit verbundenen Kosten für Vermietende und Mietende.
Ein wichtiger Anreiz für die Gebäudewirtschaft ist die Umlagefähigkeit der entstehenden Kosten auf die Nebenkosten. Dies nimmt den Vermietenden die Sorge vor zusätzlichen Belastungen und schafft Anreize, effizientere Betriebsweisen breit auszurollen. Gleichzeitig profitieren Mietende von einem effizienteren Anlagenbetrieb, der ihren Energieverbrauch und damit ihre Kosten reduziert, selbst wenn die Kosten für das Monitoring umgelegt werden.
Vielfältige Vorteile digitaler Lösungen
Über die direkte Energie- und Kostenersparnis hinaus bieten digitale Heizungsmonitoring-Lösungen weitere Vorteile. Dazu gehören eine vorausschauende Wartung, die eine frühzeitige Erkennung von Problemen und eine optimierte Instandhaltung ermöglicht. Zudem liefern sie wertvolle Datengrundlagen für die Planung passgenauer Sanierungsmaßnahmen. Auch die Erfüllung von Pflichten zur Heizungsprüfung und -optimierung wird durch den Einsatz digitaler Systeme vereinfacht. Diese Aspekte tragen dazu bei, servicebasierte Geschäftsmodelle zu ermöglichen und die Effizienz in der Gebäudeverwaltung zu steigern.
Details zur Umfrage:
Die Ergebnisse der Umfrage basieren auf einer Online-Befragung von 41 Anbietenden digitaler Heizungsmonitoring- und -optimierungslösungen. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 5. August bis zum 30. November 2025 durchgeführt.
Quelle: dena / fl
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