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Dezentrale Energiewende

Gesetz-Impuls für digitale und stan­dar­disierte Strom­netze

EDA mit: Sojib Studio – stock.adobe.com

17 Unternehmen haben als „Energiewende-Digitali­sierungs-Allianz“ Vor­schläge für ver­bind­liche digitale und ein­heit­liche Ver­fahren für Strom­netz­an­schlüsse und den Stromnetz­netzbetrieb vor­gelegt.

Bereits das eigentliche Ereignis zeigt, wie sehr es knirscht und in welchem Umfang die unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei der Modernisierung der Stromnetze sowie der dezentrale Energie- und Wärmewende ganze Branchen und ihre Kunden bremsen: Ein Bündnis aus 17 Unternehmen hat am 1. September 2026 einen konkreten Entwurf für ein Artikelgesetz zur Digitalisierung und Standardisierung der Energiewende vorgelegt.

An Bord der Energiewende-Digitalisierungs-Allianz (EDA) sind: 1komma5°, Alterric, decarbon1ze, E3DC, Elevion, Energy Market Solutions, Enpal, European Energy Deutschland, Green Planet Energy, EnergieServicePlus aus der LEG-Immobilien-Gruppe, LichtBlick, naturstrom, Octopus Energy, Polarstern, Rabot Energy, Sonnen und thermondo. Gemeinsam repräsentieren sie Millionen von Netznutzern in Deutschland.

Die Allianz vereint Unternehmen entlang der Energiewende-Wertschöpfungskette – von Erzeugung und Speicherung über Energievertrieb und Energiedienstleistungen bis hin zu intelligenten Energielösungen für Haushalte und Unternehmen. Ausgangspunkt der Initiative sind langwierige, regional unterschiedliche und vielfach noch manuelle Netzanschluss- und Netzprozesse, die Investitionen verzögern, Kosten erhöhen und die Nutzung moderner Energietechnologien erschweren.

Zu wenig Standards, zu wenig durchsetzbare Pflichten

So adressieren die Ziele des Vorschlags hauptsächlich Punkte, die eigentlich selbstverständlich sein sollten: einen schnellen Netzanschluss, bundesweit einheitliche Prozesse und die wirksame Durchsetzung von bereits bestehenden gesetzlichen Vorgaben. Um dem Nachdruck zu verleihen, sollen laut den Verschlägen Netzkunden künftig rechtliche und finanzielle Ansprüche geltend machen können, wenn Verteilnetzbetreiber verbindliche Standards nicht einhalten.

Die Energiewende wird in Deutschland in wesentlichen Bereichen immer noch durch manuelle Prozesse und regional unterschiedliche Anforderungen gebremst. In den 866 Verteilnetzgebieten gelten demnach unterschiedliche Formulare, Prozessanforderungen und technische Vorgaben für Netzanschlüsse. Dabei existieren rechtliche Pflichten zur Digitalisierung und Standardisierung bereits. Aus Sicht der Allianz fehlen der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde jedoch ausreichende Ressourcen und wirksame Instrumente zur flächendeckenden Durchsetzung der gesetzlichen Pflichten.

30 Maßnahmen für digitale und standardisierte Stromnetze

Der Entwurf für ein Artikelgesetz schlägt 30 Einzelmaßnahmen vor, mit denen die Situation aller Netznutzer verbessert werden soll. Laut EDA versteht sich der Entwurf als Beschleunigungs- und Durchsetzungsgesetz für die Digitalisierung der Energiewende. Dazu zählen die Einrichtung digitaler Plattformen für den Netzanschluss und -betrieb, Informations- und Transparenzpflichten sowie standardisierte Prüfungsprozesse bei Netzanschlussbegehren. Des Weiteren werden Vorgaben für den Smart-Meter-Rollout und die Durchsetzung von Steuerbarkeit formuliert.

Ein zentrales Instrument des Gesetzentwurfs ist der pauschalierte Schadensersatz. So sollen alle Netznutzer künftig rechtliche und finanzielle Ansprüche gegenüber Verteilnetzbetreibern geltend machen können, wenn diese gesetzliche Standards nicht erfüllen. Dadurch soll der nötige Anreiz geschaffen werden, die Netze durchgängig zu digitalisieren und zu standardisieren.

Mehr Innovation und geringere Kosten

Neben den finanziellen Entlastungen für Netznutzer können digitale und standardisierte Prozesse Innovationen in den Bereichen Elektromobilität, Speicher und intelligente Energielösungen erleichtern.

Für Gewerbe und Industrie würden nicht nur Netzentgelte und Standortkosten reduziert, sondern auch Netzanschlüsse deutlich schneller und planbarer zur Verfügung stehen. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Umsetzung der Wärmewende sowie der Anschluss haushaltsnaher Flexibilitäten könnten beschleunigt werden.

Die Allianz appelliert an Bundesregierung, Bundestag und Regulierungsbehörden, die vorgeschlagenen Maßnahmen zeitnah zu prüfen und in das weitere Gesetzgebungsverfahren aufzunehmen, damit die Energiewende einfacher, schneller und kosteneffizienter vorankommt. ■
Quelle: EDA / jv

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