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Energiepreise

August 2026 mit Strom-/Gas­preis-Verhältnis unter 2,5

Strom- und Gas­preise stehen seit Jahren im Fokus. Zu­letzt haben sich die An­gebots­preise für Haus­halte un­ge­wöhn­lich unter­schied­lich ent­wickelt.

Im Rahmen der Genauigkeit der im Energiemonitor von Die Zeit werktäglich ausgewiesenen Preise (inklusive Boni) für Neukunden von 4000 kWh/a Haushaltsstrom und 20.000 kWh/a Erdgas zur Lieferung in den nächsten 12 Monaten ergibt sich ein Strom-/Gaspreis-Verhältnis von 2,44 (08-2025: 3,03).

Der Unterschied resultiert aus einem im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 Ct/kWh niedrigeren Strompreisniveau. Bei Erdgas lagen die Neukunden angebotenen Tarife hingegen im Mittel um 1,14 Ct/kWh über dem Vorjahresmonat, am Monatsende waren es 2,0 Ct/kWh.

JV / Daten: Die Zeit; Verivox

Vergleich gegenüber dem Vorjahresmonat

Beim typischen Einfamilienhaus-Referenzverbrauch von 20.000 kWh/a ist damit Ende August 2026 die Gasrechnung gegenüber dem Preisstand vor einem Jahr um 400 Euro gestiegen und bei 5600 kWh/a Strom für eine Wärmepumpen die Stromrechnung gegenüber dem Vorjahreswert um 145 Euro gesunken.

Bei beiden Energieträgern gab es staatliche Eingriffe zum Jahreswechsel 2025/26. Bei Modul-1-Wärmepumpen-Strom liegt die regional sehr unterschiedliche Entlastung für eine Netzentnahme von 5600 kWh/a bei durchschnittlich etwa 78 Euro/Jahr und bei 20.000 kWh/a Erdgas aufgrund der nun über den Bundeshaushalt finanzierten Gasspeicherumlage bei knapp 70 Euro/Jahr.

Ungewöhnlich unterschiedliche Entwicklung

Ein unterjähriges Auseinanderlaufen ist eher ungewöhnliches, denn der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung beeinflusst auch die Strompreise. Die Kopplung ist aufgrund zahlreicher Preiselemente nicht relativ, sondern wie die CO2-Bepreisung im ETS 1 additiv. Gewöhnlich sind Änderungen im Herbst, wenn die Höhe von Umlagen, Abgaben und Netzentgelten für das nächste Kalenderjahr bekannt und nun konkret und nicht mehr nur mit Annahmen von den Energielieferanten eingepreist werden. Ab 2028 startet bei Erdgas für Haushaltskunden über die angekündigte Grüngas-Quote für Inverkehrbringer ein zusätzliches Preiselement, das jedoch nicht direkt in die Strombeschaffung einfärbt.

Wärmepumpe vs. Gas-Heizung

Das Strom-/Gaspreis-Verhältnis ist für die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpen-Heizung gegenüber einer Gas-Heizung ein wichtiger Kennwert. Zu beachten ist dabei, dass der dafür zumeist verwendete Haushaltskunden-Strompreis bei einer Nenn-Menge von 3500 oder wie im Energiemonitor von Die Zeit 4000 kWh/a höher als der effektiv für eine Wärmepumpe zu zahlenden Strompreis ist (unabhängig vom Netzanschluss Modul 1 oder Modul 2).

Zudem: Strom- und Gaspreise variieren für jedes Grundstück aufgrund der lokalen Netzentgelte und mit der Abnahmemenge sowie über die Gemeindegröße mit der Konzessionsabgabe. Dadurch ergibt sich für jedes Gebäude ein individuelles und auch auf der Zeitachse variierendes Strom-/Gaspreis-Verhältnis.

Ein Strom-/Gaspreis-Verhältnis von 2,44 im Monatsmittel ist für die zugrundliegenden Preiserhebungen ein Minimum. Die Tageswerte vom 1. Januar 2025 bis zum 8. September 2026 variieren von 2,17 bis 3,15. Bei den Gaspreisen gibt es im gleichen Zeitraum eine Varianz von 22,7 bis 29,3 Ct/kWh und bei Erdgas von 7,9 bis 11,5 Ct/kWh.

Erhebliche Unterschiede bei den Energiekosten

Bezogen auf 3500 bzw. 5600 kWh/a Strom ergib sich aus der Varianz rechnerisch eine Differenz von 230 bzw. 370 Euro/a und bei 20.000 kWh/a Erdgas von 720 Euro/a. Bei diesen Unterschieden sind Diskussionen und Verunsicherungen gut nachvollziehbar – und die meisten Eigenheime beziehen beide Energieträger. Bei 3500 kWh/a Strom und 20.000 kWh/a Erdgas beträgt die Min-Max-Differenz 950 Euro/a. Bei 8900 kWh Strom für Haushalt und Wärmepumpe liegt sie bei 590 Euro/a (die Differenz von 200 kWh/a beim Stromverbrauch ergibt sich aus dem Entfall des Hilfsenergiebedarfs für den Betrieb der Gas-Heizung).

Hinweis: Aus den BDEW-Strom- und Gaspreisanalysen ergibt sich für 2026 bis Mitte August ein SGV von 3,1. Hier ist die Basis der Preisdurchschnitt von Tarifprodukten und Grundversorgungstarifen, die zum Berechnungszeitpunkt abschließbar waren. Die vom BDEW ermittelten Preise bilden (ebenfalls) nicht den Preisdurchschnitt der bestehenden Vertragsverhältnisse bzw. Absatzmengen ab, sondern spiegeln insbesondere als Zahlenreihe Angebotspreise in einem breiten Spektrum. ■
Quellen: Energiemonitor von Die Zeit; BDEW, eigene Berechnungen und Überlegungen / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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