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Marktdaten

Heizungsstruktur bei der Moder­ni­sie­rung im Gebäude­bestand

Über den vom BDH dokumentierten Absatz wasserführender Wärme­er­zeu­ger und die Bau­statis­tik ist eine Ab­schät­zung mö­glich, wie viele Geräte im Zeitverlauf in den Aus­tausch und die Mo­der­ni­sie­rung gehen und wie sich die Struktur verändert.

Mit einem Anteil von 78,5 % erreichten Gas-Heizkessel im Jahr 2019 ihren Höchststand in der Absatzstruktur wasserführender Wärmeerzeuger (Neubau und Bestand). Im gleichen Jahr gab es auch bei der (rechnerisch über die Heizungsstruktur in den Baufertigstellungen ermittelten) Verwendung in bestehenden Gebäuden das Maximum von ca. 83,8 %.

Struktur der im Bestand installierten wasserführenden Wärmeerzeuger in den Jahren 2015 bis 2026 (Abschätzung).

JV; mit Daten von: BDH, Destatis

Struktur der im Bestand installierten wasserführenden Wärmeerzeuger in den Jahren 2015 bis 2026 (Abschätzung).

Obwohl der gesamte Heizungsabsatz seit 2019 auf Kalenderjahr-Ebene zwischen 627.000 (2025) und 1.308.500 (2023) stark variiert (Absatz von Wärmeerzeugern in Deutschland 1998 bis 2025 (absolut)), ist der Anteil von Gas-Heizkesseln – oft im Gegensatz zu den Schlagzeilen – kontinuierlich rückläufig (bis Mitte 2024 bei noch hoher Stückzahl). Das zeigt sich auch für die Verwendung in bestehenden Gebäuden:

Auf Basis einer Abschätzung mit verdoppeltem Absatz aus dem 1. Halbjahr und einer Fortschreibung der Baufertigstellungen im Jahr 2025 ohne Dynamik, wird der Absatzanteil von Gas-Heizkesseln 2026 bei der Heizungsmodernisierung auf etwa 40 % sinken. Davon entfallen gut 8 % Prozentpunkte auf Gas-Niedertemperaturheizkessel, für die es bei der Havarie von raumluftabhängigen Gas-Etagenheizungen an mehrfachbelegten Abgasanlagen bisher keine vergleichbar schnell umsetzbare Alternativen gibt.

2025 gingen etwa 90 % der abgesetzten Wärmerzeuger in die Modernisierung bestehender Heizungsanlagen, bei Gas-Heizungen liegt der Anteil bei fast 97 % und bei Öl-Heizungen bei fast 99 %. Da Heizungs-Wärmepumpen inzwischen im überwiegenden Teil der neu errichteten Wohngebäude das primäre Heizsystem sind, liegt der Anteil vom Absatz, der für die Heizungsmodernisierung (zumeist den Austausch alter Öl- und Gas-Heizungen) eingesetzt wird, etwas niedriger bei 83 % in 2025 und in 2026 abgeschätzt bei etwa 87 %.

Ausblick

Eine Unbekannte beim Blick in die Zukunft ist grundsätzlich die Reaktion der Gebäudeeigentümer auf das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es hat die Bio-Treppe aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) für den Einbau von Gas- und Öl-Heizungen vor den Wärmeplanungsterminen 30.06.2026/28 mit steigendem Grünbrennstoff-Anteil ab 2029 in eine Standardpflicht umgewandelt.

Während sich für Eigenheimer in diesem Punkt wenig ändert, bringt die neue Regelung über parallel geänderte andere Gesetze neue finanzielle Pflichten, sodass die 1:1-Modernisierung von Gas- und Öl-Heizungen bei vermieteten Wohnräumen seit Einbaudatum 30. Juli 2026 prinzipiell an Attraktivität verloren hat. In welchem Umfang das die Heizungswende lenkt, wird sich bei den nächsten Bilanzen zeigen – die mutmaßlich auch von zurzeit hohen Gaspreisen und unklaren Kosten für grüne Brennstoffe beeinflusst werden.

Exkurs: Die gezeigte Heizungsstruktur macht noch keine Aussage über die jeweiligen Energiemengen. Gut bekannt ist jedoch, dass ein großer Teil aller Wärmeerzeuger sehr kleine Leistungen hat und dass Heizungs-Wärmepumpen hauptsächlich Gas- und Öl-Heizungen ersetzen (oder ergänzen), der Austausch von Wärmepumpen hat nur einen geringen Anteil. Neu im Bestand eingebaute Gas-Heizungen ersetzen primär alte Gas- oder Öl-Heizungen, neu eingebaute Öl-Heizungen nahezu ausschließlich alte Öl-Heizungen.

Agora Energiewende merkt in der Halbjahresbilanz 2026 für die Treibhausgasemissionen von Deutschland an: „Mit Blick auf Erdgas sind zwei Entwicklungen auffällig: Trotz des kälteren Jahresbeginns blieb der Erdgasverbrauch in Gebäuden nahezu konstant, witterungsbereinigt entspricht dies sogar einem leichten Rückgang. Das deutet auf erste spürbare Effekte des Wärmepumpen-Hochlaufs sowie Effizienzgewinne im Gebäudebestand hin: Mit zunehmend erneuerbarer Wärme entkoppelt sich die Emissionsentwicklung schrittweise von der Witterung.“ ■
Quellen: BDH, Destatis, eigene Berechnungen / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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