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Gas, Strom, Fernwärme

2026/27: Mehrheit der Stadtwerke erwartet höhere Energiepreise

Wolfilser – stock.adobe.com

Zum Start der Heiz­periode 2026/27 müssen sich Ver­brau­cher auf hö­here Energie­preise ein­stellen. Das zeigt eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 757 Stadtwerken.

Der VKU hat für die Energiepreis-Entwicklungs-Umfrage vom 3. August bis zum 1. September 2026 insgesamt 757 Stadtwerke und kommunale Energieversorger angeschrieben. 225 Unternehmen beteiligten sich an der Befragung. Das entspricht einer Rücklaufquote von 29,7 %. Wichtig beim Lesen der Antworten ist, dass sich die Hauptfrage „Wie werden sich Ihre Preise im Vergleich zur Heizperiode 2025/2026 entwickeln?“ auf den Vorjahreszeitraum und nicht die aktuelle Preissituation bezieht.

65 % der teilnehmenden Unternehmen erwarten für die Heizperiode 2026/27 höhere Erdgaspreise. Bei der Fernwärme rechnen 54 % mit steigenden Preisen, beim Strom 49 %. Gründe sind vor allem Investitionen in Netze und Anlagen und höhere Großhandelspreise.

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Die Preise stehen auch unter dem Einfluss internationaler Krisen und des Umbaus unseres Energiesystems. Stadtwerke investieren heute in Netze und Anlagen, damit die Energieversorgung morgen sicher, klimaneutral und bezahlbar ist. Wichtig ist, dass diese Investitionen effizient erfolgen und die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzt. So verhindern wir unnötige Kosten für Bürger und Wirtschaft.

Fossile Energieträger bergen langfristig erhebliche Preisrisiken. Geopolitisch ausgelöste Energiekrisen zeigen wiederholt, wie schnell fossile Energieträger zum Preis- und Versorgungsrisiko werden können. Deshalb müssen wir die Wärmeversorgung jetzt so umbauen, dass sie langfristig sicher, klimaneutral und bezahlbar bleibt“, sagt Liebing.

Großhandel und Netze sind wesentliche Preisfaktoren

Als wichtigste Gründe für mögliche Preiserhöhungen bei Strom nennen die Unternehmen steigende Netzentgelte infolge des wachsenden Investitionsbedarfs (82 %) und gestiegene oder steigende Großhandelspreise (70 %). Hinzu kommen unter anderem zusätzliche bürokratische Vorgaben.

Bei Erdgas sind gestiegene oder steigende Großhandelspreise für 67 % der Unternehmen ein Grund für Preiserhöhungen. Für 48 % spielen vorgezogene Abschreibungen der Gasnetze wegen absehbarer Stilllegungen eine Rolle. Weitere 36 % nennen steigende Netzentgelte aufgrund notwendiger Stilllegungen oder Umrüstungen. Beim Gas stehen die Stadtwerke vor einer strukturellen Herausforderung: Wenn Kunden und Absatzmengen langfristig zurückgehen, müssen sich die Kosten der bestehenden Netzinfrastruktur auf geringere Mengen verteilen. Gleichzeitig müssen die Netze für eine mögliche künftige Nutzung etwa mit Wasserstoff oder anderen klimaneutralen Gasen weiterentwickelt werden. Die langfristige Beschaffung von Grüngas zwecks Erfüllung Biotreppe / Grüngasquote wurde von 14 % der Teilnehmer schon lange vor dem Inkrafttreten in 2029 / 2028 als Grund genannt.

Bei Fernwärme stehen die Investitionen in Netze und Erzeugungsanlagen im Mittelpunkt. 68 % der Befragten nennen steigende Investitionen als Grund für Preisanpassungen. 43 % verweisen auf einen zeitverzögerten Effekt früherer krisenbedingter Preissteigerungen bei Strom, Gas und Kohle.

Anmerkung der Redaktion: Fernwärme wird oft damit in Verbindung gebracht, dass nach dem Anschluss die regelmäßige Erneuerungsinvestition im Heizungskeller weitgehend entfällt. Der starke Akzent bei Fernwärme auf Investitionen zeigt jedoch, dass die Erneuerungsinvestition lediglich in den Wärmepreis verlagert und damit zum Teil auch neu adressiert werden.

Langfristige Bezahlbarkeit

Trotz der erwarteten Preissteigerungen ist die Skepsis der Unternehmen gegenüber der langfristigen Bezahlbarkeit der Wärmeversorgung gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. 31 % der Befragten halten eine bezahlbare Wärmeversorgung in Deutschland langfristig für gesichert. 35 % sehen das nicht so. Im Vorjahr hatten noch 51 % die langfristige Bezahlbarkeit verneint. 34 % können die Entwicklung derzeit nicht einschätzen. ■
Quelle: VKU / jv

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