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Marktdaten

2025: Die niedrigsten Wärme­kos­ten gab es mit Wärmepumpen

Techem

Die kältere Witterung trieb 2025 den Ver­­brauch und die Heiz­kosten nach oben. Die nie­drigs­ten Wärme­kosten gab es bei Wärme­pumpen-Heizungen.

Wie entwickeln sich Heizkosten, Energieverbrauch und Wassernutzung in deutschen Mehrfamilienhäusern? Welche Rolle spielen Wärmepumpen im Gebäudebestand? Und wie weit ist die Digitalisierung bei Mess- und Abrechnungsprozessen fortgeschritten? Zum Start der Heizsaison liefert der neue Techem Atlas für Energie, Wärme und Wasser Antworten. Für die Studie hat Techem Daten für das Jahr von rund 94.000 Gebäuden mit etwa 1,1 Mio. Wohnungen in Deutschland sowie von weiteren 1,1 Mio. Wohnungen in ausgewählten europäischen Ländern ausgewertet.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Heizkosten blieben 2025 auf hohem Niveau: Die Energiepreise bewegten sich 2025 zwar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Damit lagen sie im Vergleich zu 2021 (2022 begann durch den Ukraine-Krieg die Energiekrise) jedoch weiterhin rund 82 % höher. Zugleich fiel die Heizperiode kälter aus als im Vorjahr. Das führte zu einem höheren Verbrauch und steigenden Heizkosten. 2025 lagen sie rund 45 % über dem Niveau von 2021. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Nutzerverhalten und moderne Anlagentechnik einen wesentlichen Beitrag zur Begrenzung des Energieverbrauchs leisten. Auch die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung trägt zur Emissionsminderung bei. Laut Techem reduzierte sie im Jahr 2025 rechnerisch die Treibhausgasemissionen um durchschnittlich 364 kg pro Wohnung.

Große regionale Unterschiede: Ein Blick auf die regionalen Auswertungen zeigt deutliche Unterschiede bei den Heizkosten. Am teuersten ist Heizen im Saarland mit 14,50 Euro/(a ∙ m2), gefolgt von Schleswig-Holstein mit 12,77 Euro/(a ∙ m2) und Hessen 12,76 Euro/(a ∙ m2). Berlin verzeichnete mit durchschnittlich 10,34 Euro/(a ∙ m2) die niedrigsten Heizkosten, knapp darüber folgen im Ranking Nordrhein-Westfalen mit 10,69 Euro/(a ∙ m2) und Bremen mit 10,72  Euro/(a ∙ m2). Auch zwischen den Städten zeigen sich erhebliche Unterschiede. Die höchsten Werte entfielen auf Ravensburg mit 13,34 Euro/(a ∙ m2), Reutlingen mit 13,22 Euro/(a ∙ m2) und Sömmerda mit 13,10 Euro/(a ∙ m2). Die niedrigsten durchschnittlichen Heizkosten wurden in Bielefeld mit 8,99 Euro/(a ∙ m2) gemessen. Rheine und Würzburg teilen sich mit jeweils 9,93 Euro/(a ∙ m2) den zweiten Platz.

Weitgehend stabile Verbrauchskosten bei Wärmepumpen: Mit Wärmepumpen beheizte Mehrfamilienhäuser weisen im untersuchten Gebäudebestand im Jahr 2025 die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter auf. Während die Verbrauchskosten bei Wärmepumpen seit 2021 weitgehend stabil geblieben sind, verzeichneten konventionelle Heizsysteme deutliche Anstiege. Die Auswertungen zeigen außerdem, dass etwa 30 % der Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern durch eine optimierte Betriebsführung, beispielsweise mit dem Digitalen Heizungskeller von Techem, noch effizienter betrieben werden könnten.

Wärmepumpen haben großes Potenzial für die Wärmewende: Die Analyse bestätigt erneut, dass ein Großteil des Mehrfamilienhausbestands bereits heute technisch für den Einsatz von Niedertemperatursystemen geeignet ist. Rund 40 % der Heizungsanlagen können ohne Austausch der Heizkörper genutzt werden. Mit einem Heizkörpertausch steigt dieser Anteil auf rund 80 %. Werden zusätzlich Niedertemperaturheizkörper (z. B. Gebläseheizkörper) eingesetzt, liegt die Eignung sogar bei rund 90 %.

Fernwärme dominiert in Europa – in Deutschland mit den höchsten Kosten: In den untersuchten europäischen Mehrfamilienhäusern ist Fernwärme mit 52 % der Wohnungen der häufigste Energieträger, Erdgas folgt mit 32 %. Zugleich unterscheiden sich die Heizkosten pro Wohnung deutlich zwischen den Ländern: Im europäischen Vergleich verzeichnen deutsche Fernwärmekunden die höchsten Heizkosten. Mit durchschnittlich rund 1057 Euro pro Wohnung liegt Deutschland vor der Schweiz (982 Euro pro Wohnung).

Digitalisierung erreicht die Zielgerade: Zum Jahreswechsel 2026/27 endet die europäische Übergangsfrist für die Umstellung auf 100 % Fernablesbarkeit von Erfassungsgeräten. Bereits heute können 91,4 % der Geräte im deutschen und 92,8 % der Geräte im europäischen Mehrfamilienhausbestand ohne Betreten der Wohnungen ausgelesen werden. Techem konnte im vergangenen Jahr rund 110.000 Abrechnungseinheiten über „Abrechnung Direct“ vollständig digital ablesen und abrechnen. Die Hälfte dieser Abrechnungen war aufgrund durchgehender digitaler Prozesse innerhalb von weniger als 3 Minuten abgeschlossen, 83 % innerhalb von 10 Minuten.

Intelligente Messsysteme schaffen Basis für Mieterstrommodelle: Der Ausbau intelligenter Messsysteme (Smart Meter) schafft zugleich die technische Grundlage für neue Energiekonzepte wie Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Die Daten zeigen, dass Photovoltaik-Anlagen auch in den Wintermonaten einen spürbaren Beitrag zur Stromversorgung leisten können. In den untersuchten Gebäuden decken sie mehr als 30 % des Stromverbrauchs. In Kombination mit Batteriespeichern kann der lokal erzeugte Solarstrom den Eigenverbrauch innerhalb des Gebäudes erhöhen.

Trinkwasserverbrauch bleibt langfristig stabil: Trotz steigender Temperaturen hat sich der Wasserverbrauch in deutschen Mehrfamilienhäusern in den vergangenen zehn Jahren weitgehend konstant entwickelt. Die Trinkwassererwärmung bleibt jedoch ein wesentlicher Energieverbrauchsfaktor und macht rund ein Viertel der für Wärme eingesetzten Energie aus.

Techem Atlas für Deutschland und Europa

Interaktive Deutschlandkarte mit Daten auf mehreren Ebenen

Downloadbereich mit historischen Atlas-Daten

„Große Sorgen, große Potenziale“

Ulrich Schiller, Co-CEO der Techem Gruppe und CEO Techem Deutschland: „Viele Verbraucher haben die Einsparpotenziale, die ihnen unter anderem die unterjährige Verbrauchsinformation eröffnet, bereits weitgehend ausgeschöpft. Umso wichtiger ist es, diese Möglichkeiten flächendeckend zu etablieren, damit noch mehr Bewohner davon profitieren können. Mit Sorge blicken wir zudem auf weiter steigende Energiepreise, insbesondere vor dem Hintergrund des Kriegs in der Golfregion. Gleichzeitig zeigen die Daten des Techem Atlas, welches Potenzial in einem modernisierten und digitalisierten Gebäudebestand steckt.

Entscheidend ist es jetzt, eine gezielte Modernisierung des Gebäudebestands weiter voranzutreiben und dabei technische Möglichkeiten gezielt einzusetzen. Smart Metering, fernablesbare Messsysteme, digitale Verbrauchstransparenz und ein datenbasierter Betrieb von Gebäuden schaffen die Grundlage, um Energieverbräuche weiter zu reduzieren und die Belastungen aus Energiekosten und der CO2-Kostenaufteilung für Mieter und Vermieter zu begrenzen.“ ■
Quelle: Techem / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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