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Stromausfall in Berlin

Weniger Schäden an Wärme­pumpen als zunächst befürchtet

Sebastian Studio – stock.adobe.com

Welche Auswirkungen hatte der Berliner Stromausfall Anfang Januar 2026 auf installierte Wärmepumpen? Die Auswertung einer Umfrage zeigt, dass präventive Maßnahmen gewirkt haben.

Vom 3. bis 7. Januar 2026 war für bis zu 100 Stunden die Stromversorgung für 45.000 Privathaushalte, Gewerbebetriebe, Krankenhäuser, Schulen und Pflegeheime im Berliner Südwesten unterbrochen. Ein Brandanschlag hatte den Stromausverfall verursacht.

Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE haben am 12. Februar 2026 die Ergebnisse einer Umfrage unter Berliner SHK-Innungsbetrieben vorgelegt. Ziel war es, die Auswirkungen des Stromausfalls auf installierte Wärmepumpen zu erfassen und zu bewerten. Die Auswertung zeigt: Durch proaktives Handeln der SHK-Fachbetriebe sowie der Industrie konnten Schäden verhindert werden.

Schäden bei nur 10 % der Anlagen festgestellt

Durch präventive Maßnahmen konnten bei dem ungewöhnlich langen Stromausfall mögliche Schäden an Wärmepumpen vermieden werden. Während des Stromausfalls standen die befragten Fachbetriebe und Service-Teams der Industrie mit ihren Kundinnen und Kunden in engem telefonischem Austausch oder führten gezielte Vor-Ort-Services durch. Besonders wirksam waren präventive Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser oder das Einrichten hydraulischer Brücken.

„Diese frühzeitigen händischen Eingriffe erwiesen sich als entscheidend, um die Funktionsfähigkeit der Systeme zu sichern“, erklärt Innungsgeschäftsführer Andreas Koch-Martin. Insgesamt gab die Mehrzahl der befragten Betriebe an, dass sie nicht aufgrund von Frostschäden bei Wärmepumpen bezüglich des Stromausfalls kontaktiert wurden.

Rund 10 % der Anlagen wiesen Schäden auf, vor allem an Rohrleitungen im Außenbereich oder am Lüftertopf. Diese müssen vor Wiederinbetriebnahme behoben werden. Wärmeübertrager blieben unversehrt, Totalschäden sind bei den Kunden der befragten Handwerksbetriebe nicht aufgetreten. Auch sicherheitskritische Vorfälle im Zusammenhang mit Kältemitteln wurden nicht gemeldet. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Schäden an Wärmepumpen geringer sind als zunächst befürchtet“, äußert sich Annette Uhl, Projektleiterin am Fraunhofer ISE.

Wartung senkt Risiken – Leitfaden in Arbeit

Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Bedeutung regelmäßiger Wartung. Gut gepflegte Anlagen zeigten ein geringeres Schadensrisiko. Nach Wiederkehr der Stromversorgung benötigten viele Anlagen Unterstützung durch Fachbetriebe. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erarbeiten die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE nun einen praxisorientierten Leitfaden. Er soll Fachbetriebe und Betreiber dabei unterstützen, bei zukünftigen Stromausfällen noch gezielter und effizienter reagieren zu können.

Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE arbeiten derzeit im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Forschungsprojekts WESPE gemeinsam mit weiteren Akteuren am effizienten Einbau von Wärmepumpen. ■
Quelle: Innung SHK Berlin, Fraunhofer ISE / jv

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