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Die Verbände BDH, FGK, ZVSHK, VfW, ZIV, DEN und ZDS fordern bei der Ausgestaltung des Gebäudetyps E klare und verlässliche Standards für die Innenraumluftqualität. Ziel des neuen Gebäudetyps ist die Vereinfachung von Planung und Bau, um den Wohnungsbau zu beschleunigen. Diese Vereinfachung darf jedoch keine Absenkung funktionaler, gesundheitlicher und energetischer Mindeststandards zur Folge haben.
Der Gebäudetyp E ist als innovativer Ansatz gedacht, um neue Wege im Wohnungsbau zu eröffnen. Die bisherige öffentliche Diskussion konzentriert sich stark auf den Aspekt der Vereinfachung, teils verbunden mit dem Verzicht auf technische Anforderungen. Die beteiligten Verbände warnen davor, dass eine solche Interpretation zu Fehlentwicklungen führen kann.
Bedeutung der Gebäudetechnik
Unabhängig vom Baustandard müssen Gebäude dauerhaft gebrauchstauglich, gesundheitlich unbedenklich und energetisch effizient sein. Moderne Neubauten und sanierte Gebäude weisen eine hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle auf. Dies reduziert den natürlichen Luftaustausch. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine zuverlässige Abfuhr von Feuchte, CO2 und Schadstoffen.
Die Bedeutung der Innenraumluftqualität gewinnt auch auf europäischer Ebene an Relevanz. Die novellierte Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) verpflichtet die Mitgliedstaaten, Mindestanforderungen an die Innenraumluftqualität in nationalen Baustandards und Renovierungsstrategien zu berücksichtigen. Dazu zählen Anforderungen an Temperatur, Luftfeuchte, Luftwechselraten und Schadstoffbelastungen. Die Verbände halten es für notwendig, diese Aspekte auch bei der Ausgestaltung des Gebäudetyps E klar zu berücksichtigen.
Wohnungslüftung reduziert Risiken und Folgekosten
Kontrollierte Wohnungslüftungssysteme stellen einen nutzerunabhängigen Mindestluftwechsel sicher. Sie reduzieren Feuchte- und Schimmelrisiken und senken gleichzeitig Energieverluste. Insbesondere Systeme mit Wärmerückgewinnung tragen zur Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden bei.
Branchenübliche Erfahrungswerte zeigen, dass die Kosten für Schimmelsanierungen infolge unzureichender oder fehlerhafter Lüftung durchschnittlich bei etwa 120 bis 170 Euro pro m2 liegen. Hinzu kommen potenzielle Mietausfälle, Rechtsstreitigkeiten oder die zeitweise Unbewohnbarkeit von Wohnungen. Demgegenüber liegen die Investitionskosten für eine kontrollierte Wohnungslüftung, auch mit Wärmerückgewinnung, bei etwa 40 bis 70 Euro pro m2 Wohnfläche. Der präventive Einsatz geeigneter Lüftungstechnik ist somit nicht nur bauphysikalisch und gesundheitlich sinnvoll, sondern auch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive effizient.
Appell an die Bundesregierung
Die Verbände fordern die Bundesregierung auf, bei der weiteren Ausgestaltung des Gebäudetyps E folgende Grundsätze zu berücksichtigen:
- Eine klare Abgrenzung zwischen Vereinfachung und dem Verzicht auf notwendige technische Systeme.
- Das Vermeiden einer Absenkung von Gesundheits- und Effizienzstandards.
- Die Berücksichtigung effizienter Gebäudetechnik wie kontrollierter Wohnungslüftung beim Erreichen dieser Standards.
- Die Umsetzung der europäischen Vorgaben zur Innenraumluftqualität aus der EPBD in den weiteren Gesetzgebungs- und Verordnungsprozess.
- Die Verankerung von Innenraumluftqualität als funktionales Ziel, ohne zusätzliche bürokratische Detailnormierungen zu schaffen.
Die beteiligten Verbände betonen, dass die Diskussion um den Gebäudetyp E die Chance bietet, Planen und Bauen in Deutschland spürbar zu vereinfachen und neue Impulse für den Wohnungsbau zu setzen. Diese Chance lässt sich jedoch nur nutzen, wenn die Vereinfachung funktional gedacht wird und nicht zulasten von Gesundheit, Gebrauchstauglichkeit oder Energieeffizienz geht. ■
Quelle: BDH / fl
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