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Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) fordert die Regierungskoalition auf, den Aufwärtstrend am Heizungsmarkt zu unterstützen. Die im parlamentarischen Verfahren befindliche Ausrichtung des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) auf eine Biotreppe lenkt den Fokus von Investitionen in Wärmepumpen ab, die die heimische Heizungsindustrie stärken und Abhängigkeiten von fossilen Importen reduzieren könnten.
BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel betont, dass das Gesetz Unsicherheit erzeugt und Menschen davon abhalten könnte, in neue Heizsysteme zu investieren. Der Verband erwartet Nachbesserungen, um das Gesetz verbraucherfreundlicher zu gestalten.
Forderungen an das GModG
Der BWP fordert ein eindeutiges Enddatum für die Nutzung fossiler Energieträger im neuen Gesetz. Deutschland hat sich zur Klimaneutralität bis 2045 verpflichtet. Ein solches Enddatum sei notwendig, da Heizungen über Jahrzehnte betrieben werden und eine fehlende Klarstellung einer Verbrauchertäuschung gleichkäme, so Sabel.
Des Weiteren kritisiert der Verband, dass der Gesetzentwurf keine Vorgaben für die Dimensionierung von Wärmepumpen macht, wenn diese zusätzlich zu einer neuen Gas- oder Ölheizung in Ein- oder Zweifamilienhäusern installiert werden. Laut BWP darf eine Wärmepumpe nicht als „Feigenblatt“ dienen, um eine fossile Heizung als grün darzustellen. Um den Sinn des Gesetzes nicht zu unterlaufen, müsse sichergestellt werden, dass Wärmepumpen in Hybridlösungen mindestens den gleichen erneuerbaren Beitrag leisten, wie es die Biotreppe zu einem bestimmten Zeitpunkt vorsieht. Die technische Machbarkeit hierfür sei gegeben.
Bedeutung einer stabilen Heizungsförderung
Obwohl sich die Regierungsfraktionen im Februar darauf verständigt hatten, die BEG-Heizungsförderung bis mindestens 2029 auskömmlich zu finanzieren, befürchtet der BWP, dass im Zuge der Beratungen zum Bundeshaushalt 2025 an der Förderrichtlinie gerüttelt werden könnte.
Dr. Richard Lucht, Vice President Brand, Communications & Public Affairs bei Thermondo, weist darauf hin, dass für viele Gebäudeeigentümer die Amortisationszeit der Investition in eine Wärmepumpe entscheidend ist. Ohne Förderung könnten Verbraucher auf fossile Alternativen ausweichen, was langfristig eine Kostenfalle darstellt. Als Beispiel nennt er den Absatzeinbruch in Österreich nach Förderkürzungen.
Dr. Hendrik Ehrhardt, Leiter Public Affairs bei Stiebel Eltron, ergänzt, dass eine Erhöhung der Modernisierungsrate oft nur durch vorgezogene Heizungsaustauschmaßnahmen erreicht wird, bevor die alte Anlage ihr Lebensende erreicht hat. Eine passgenaue, prozentuale Förderung der Investitionssumme sei sinnvoll, da die Kosten je nach Gebäudetyp und Baujahr stark variieren. Pauschalbeträge bergen das Risiko eines Unterbietungswettlaufs und des Verlusts heimischer Wertschöpfung. Ein niedriger Einkommensdeckel, beispielsweise 90.000 Euro Jahreseinkommen, würde zudem zur Kaufzurückhaltung führen.
Wirtschaftliche Impulse durch die Förderung
Die Investition des Staates in die Förderung lohnt sich nach Angaben des BWP. Jeder Fördereuro löse vier Euro an privatem Kapital aus. Dies trage nicht nur zu den Zielen der Energieunabhängigkeit und des Klimaschutzes bei, sondern stärke auch die heimische Wertschöpfung. Rund 100.000 Beschäftigte in Heizungsindustrie und Handwerk in Deutschland profitieren davon. Ein Teil der Investitionen fließe zudem als Umsatzsteuer an Bund und Länder zurück.
Der Verband hält eine degressive Ausgestaltung der Förderung und das langsame Abschmelzen des Klimabonus ab 2029 für gerechtfertigt, vorausgesetzt, der Marktaufwuchs setzt sich fort und stabilisiert sich, um Skaleneffekte zu ermöglichen. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einzulösen und den Strompreis für alle Verbraucher um 5 ct/kWh zu entlasten, um den Förderbedarf zu reduzieren. ■
Quelle: BWP / fl
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