Bei neu genehmigten Wohngebäuden sind Wärmepumpen schon länger die häufigste primäre Heizungstechnik. Auch bei Nichtwohngebäuden liegen sie an der Spitze.
Geht es um die Heizungswende bei Neubauten, wird fast ausschließlich über Wohngebäude gesprochen – obwohl hier Wärmepumpen schon seit dem Jahr 2020 die führende Rolle innehaben, seit 2022 haben sie einen Marktanteil über 50 %, im Jahr 2025 waren es 83 %. Im Segment Ein- und Zweifamilienhäusern haben Heizungs-Wärmepumpen bereits im Jahr 2017 die Gas-Heizung (zumeist kombiniert mit Solarthermie) abgelöst. 2021 folgte ein fulminanter Platztausch bei neu zum Bau genehmigten Wohngebäuden und im Jahr darauf der Sprung über die 50-%-Marke.
JV / Datenquelle: Destatis (Stand 24.04.2026)
Bei Nichtwohngebäuden, die mit einer noch größeren Vielfalt und Individualität neu zum Bau beantragt und genehmigt werden, wird die Heizungsstruktur trotz bemerkenswerter Aspekte kaum thematisiert:
- Im Jahr 2025 wurden insgesamt 62.148 Genehmigungen zur Errichtung neue Wohngebäude erteilt, bei Nichtwohngebäuden waren es 21.004. Ihr aktueller Anteil von 29,3 % an den Genehmigungen liegt rund 6 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der letzten Jahre.
- Von den im Jahr 2025 genehmigten 21.004 Nichtwohngebäuden ist nur für 8955 Gebäude eine Heizung vorgesehen. 12.049 führt die amtliche Statistik mit dem Merkmal „keine Energie“. Hintergrund sind unter anderem Landwirtschafts-, Warenlager-, Betriebs- und Infrastrukturgebäude. Die Quote von 42,6 % für neu zum Bau genehmigte Wohngebäude mit Heizung im Jahr 2025 liegt etwas unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.
- Bezieht man die Heizungsstruktur auf die tatsächlich mit einer Heizung genehmigten Nichtwohngebäude (2025: 8955), liegen Wärmepumpen mit einem Marktanteil von 56,1 % (5022 Gebäude) klar an der Spitze. Es folgen Fernwärme mit 13,5 % (1205 Gebäude), Strom mit 10,8 % (969 Gebäude) und Gas-Heizungen (Erdgas, Flüssiggas (LPG) und Bio-Methan) mit 9,8 % (877 Gebäude) auf dem 4. Platz.
- Wärmepumpen liegen bei neu genehmigten Nichtwohngebäuden seit dem Jahr 2022 auf dem 1. Platz und haben seit dem Jahr 2024 mit dem vorstehend beschriebenen Bezug einen Marktanteil von über 50 %.
- Ein sekundärer Energieträger / eine sekundäre Heiztechnik war im Jahr 2025 nur bei 3009 von 8955 ein Bestandteil der Baugenehmigung. Auf Heizöl setzen 4 Bauherren, auf Erdgas 177 Bauherren und auf Biomethan 20 Bauherren als Backup oder für die Spitzenlast. Hierfür wurden Strom (1613), Solarthermie (644) und Wärmepumpen (177) beantragt und genehmigt. 10 Bauherren vertrauen die „sonstiger Biomasse“ an. Echte Hybrid-Heizungen sind auch bei Nichtwohngebäuden selten.
JV / Datenquelle: Destatis (Stand 24.04.2026)
Wärmepumpenprojekte und Beheizungsart
Konsolidiert kann man über die Baugenehmigungen für Nichtwohngebäude auf insgesamt 5199 Gebäude mit mindestens einer Wärmepumpe für die Heizung schließen. Bei größeren Nichtwohngebäuden werden auch häufig Wärmepumpen-Kaskaden sowie unterschiedliche Formen von Luft/Luft-Wärmepumpen eingesetzt. Von den 8955 genehmigten Nichtwohngebäuden mit Heizung ist für 6778 eine Zentralheizung, für 1205 eine Fernheizung, für 121 eine Blockheizung, für 824 eine Einzelraumheizung und für 27 eine Etagenheizung vorgesehen. ■
Quelle: Statistisches Bundesamt / jv
Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten
Im Kontext:
Die Neubau-CO2-Last für den Gebäudesektor läuft aus
83 % der neuen Wohngebäude sollen Wärmepumpen beheizen
Die kommunale Wärmeplanung ist für 24,2 Mio. Menschen fertig
Absatz von Wärmeerzeugern in Deutschland 1998 bis 2025 (absolut)