JV / Daten: Destatis
Die Genehmigungsstatistik für das Jahr 2025 zeigt, dass künftig errichtete Wohngebäude überwiegend mit Wärmepumpen beheizt werden. Die Gas-Heizung wird durchgereicht.
Für 83 % der im Kalenderjahr 2025 neu zum Bau genehmigten 62.148 Wohngebäude wurde beim Bauantrag eine Wärmepumpe als primäres Heizsystem angegeben.
Mit einem Anteil von 85,4 % (2024: 83,8 %) der Wärmepumpe als primäres Heizsystem in Ein- und Zweifamilienhäusern bei den Baugenehmigungen entspricht dieser hohe Anteil an Wärmepumpen für alle neu genehmigten Wohngebäuden den Erwartungen. Bei größeren neu zum Bau genehmigten Wohngebäuden ab 3 Wohneinheiten liegt 2024 der Anteil mit Wärmepumpen als primäres Heizsystem bei 72,9 % (2024: 69,7 %).
Gas-Heizungen (Erdgas, Biomethan und Flüssiggas LPG) haben bei den 2025 neu zum Bau genehmigten Wohngebäuden mit einem Anteil von 2,6 % (2024: 4,0 %) noch eine geringe Bedeutung: in der Genehmigungsstatistik sind sie hinter „Strom“ und von „Holz- und Holzpellets“ auf nun Platz 5 zurückgefallen. Bis 2016 war Gas der dominierende Energieträger für neu zum Bau genehmigte Wohngebäude. Öl-Heizungen sind hier schon seit vielen Jahren nur noch eine Nischenanwendung.
Was man zusätzlich aus den Daten erkennen kann
Baugenehmigungen sind zwar keine Baufertigstellungen, aber die Absatzentwicklung für in neuen Wohngebäuden eingesetzte Wärmepumpen wird künftig fast ausschließlich eine Funktion der Baufertigstellungen und dabei der Gebäudeart sein. Zugewinne über die Entwicklung der Beheizungsstruktur sind nur noch in einem sehr geringen Umfang zu erwarten. Wachstum kann die Wärmepumpenbrache deshalb fast ausschließlich mit Lösungen für bestehende Gebäude generieren.
Geht man von einem Kaskadenfaktor von 1,2 Wärmepumpen pro Gebäude für Wohngebäude ab 3 Wohnungen aus, ergibt sich aus den Baugenehmigungen für das Jahr 2025 ein Absatzpotenzial von rund 53.000 Heizungs-Wärmepumpen für neu zu errichtende Wohngebäude. Bezogen auf den von BDH und BWP für 2025 gemeldeten Absatz von 299.000 Heizungs-Wärmepumpen würde sich ein Neubauanteil von knapp 18 % ergeben. Aufgrund des zeitlichen Versatzes liegt er mutmaßlich aktuell bei nur etwa 15 %. Der BWP rechnet in seiner Branchenstudie 2026 mit einem Kaskadenfaktor von 1,03 für den gesamten Neubau, dieser Ansatz führt zu fast identischen Ergebnissen. ■
Quellen: Statistisches Bundesamt,BWP, eigene Berechnungen / jv
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Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten
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