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Marktdaten

BWP dämpft Erwartungen an den Wärme­pumpen­hochlauf

Szenario 1 (BAU): Absatzprognose für Wärmepumpen und Gesamtmarkt 2016-2035 in der BWP-Branchenstudie 2026.

Bundesverband Wärmepumpe

Szenario 1 (BAU): Absatzprognose für Wärmepumpen und Gesamtmarkt 2016-2035 in der BWP-Branchenstudie 2026.

Nach der Veröffentlichung der Eck­punkte zum Gebäude­moder­nisie­rungs­gesetz (GMG) durch die Regierungsfraktionen hat der Bundes­ver­band Wärmepumpe (BWP) seine aktualisierte Branchen­studie vorgelegt. Mit den zurzeit bekannten Rahmendaten rechnet der Ver­band für 2026 mit einem Absatz von 332.500 Wärmepumpen.

Eigentlich ist die Sache klar: „Das Heizen mit Gas und Öl verbinden immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit hohen finanziellen Risiken. Der Krieg im Nahen Osten macht deutlich, wie dringend sich Deutschland von seinen fossilen Importabhängigkeiten lösen muss“, konstatiert Norbert Ruths, Mitglied im Vorstand des BWP und Handwerksmeister aus Langenlonsheim. „Für viele ist die Wärmepumpe die erste Antwort darauf.“ Damit zunehmend mehr Hauseigentümer umstiegen, muss der gesamte Rahmen stimmen.

Anlässlich der am 30. März 2026 vorgelegten „Branchenstudie 2026 Marktentwicklung, Prognosen & Handlungsempfehlungen“ betont BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung der Wärmepumpe. „Für eine ganze Wertschöpfungskette ist die Wärmepumpe zum wichtigsten Produkt geworden. Es geht um zukunftssichere Arbeitsplätze für 100.000 Beschäftigte. Die Wärmewende wird von heimischer Heizungsindustrie und lokalen Akteuren aus Handwerk und Energieversorgung umgesetzt.“

GMG: Keine Modernisierungswelle zu erwarten

Deshalb sei es wichtig, dass die Koalition die auskömmliche Finanzierung der Heizungsförderung bis mindestens 2029 beschlossen habe. „Jeder Fördereuro löst das Vierfache an Investitionen in die Gebäudemodernisierung aus“, berichtet Sabel unter Verweis auf den jüngsten Evaluierungsbericht zur BEG. „5,5 Mrd. Euro Förderung für neue Heizungen stehen deshalb 4 Mrd. Euro an Steuereinnahmen für die öffentlichen Haushalte gegenüber. Besser kann die Regierung nicht in Energieunabhängigkeit, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz investieren.“

Mit Blick auf das angekündigte Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) stellt Ruths Verunsicherung bei Hauseigentümern fest: „Unsere Kunden stellen uns viele Fragen, die sich frühestens mit Abschluss der Gesetzgebung beantworten lassen, etwa zu den Vorgaben für die Nutzung ‚CO2-armer‘ Energieträger in neuen Gas- und Öl-Heizungen. Es ist schwer zu verstehen, warum das GMG trotz der weltpolitischen Ereignisse die Installation neuer Öl- und Gas-Heizungen wieder weitergehend freistellt. Eine neue Modernisierungswelle im Gebäudesektor lässt sich so nicht erwarten.“

Mit klarer Ausrichtung der Energiepreise geht mehr

Die Marktprognosen der Branchenstudie beruhen auf zwei Szenarien: Ein Business-as-Usual(BAU)-Szenario beschreibt, wie das künftige GMG zu neuen Unsicherheiten am Heizungsmarkt führt. Dabei wird deutlich, dass kurzfristig vor allem eine stabile Heizungsförderung Orientierung geben muss.

Das aktuelle BAU-Szenario erwartet, dass 2026 der Absatz an Heizungs-Wärmepumpen um 11 % auf 332.500 Geräte steigt. Im Januar und Februar 2026 lag der kumulierte Absatz bei 48.000 Geräten, ein fast identischer Wert ergab sich bei den Zusagen für die Heizungsförderung. Ende November 2025 ging der BWP davon aus, dass bei stabilem Ordnungsrecht (GEG, 65-%-EE-Pflicht) und fortgesetzter Heizungsförderung in 2026 rund 430.000 abgesetzte Heizungs-Wärmepumpen möglich sind.

Ein ambitioniertes Ziel-Szenario macht hingegen deutlich, dass die Wärmepumpe ihre tatsächlichen Wachstumspotenziale vor allem nach einer klaren Ausrichtung der Energiepreise entfalten würde und damit auch der Heizungsmarkt insgesamt wieder in Schwung käme. Für das Jahr 2026 würde der Absatz auf 403.000 Geräte (+35) steigen. Im BAU-Szenario wird dieser Wert nun erst im Jahr 2030 erreicht.

Branchenstudie 2026 Marktentwicklung, Prognosen & Handlungsempfehlungen

Sabel: „Von einem fairen Wettbewerb zwischen der Wärmepumpe und den fossilen Alternativen kann angesichts der hohen staatlichen Abgabenbelastung auf Strom derzeit keine Rede sein. Statt endlich die Absenkung der Stromsteuer umzusetzen, wird sogar wieder häufiger die CO2-Bepreisung in Frage gestellt.“ Als Schlussfolgerungen der Branchenstudie fasst er für die Bundesregierung zusammen: „Wir brauchen mehr Klarheit im neuen Ordnungsrecht, Kontinuität in der Förderung und Entlastungen beim Strompreis.“ ■
Quelle: Bundesverband Wärmepumpe / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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