Im Herbst 2025 gab es dicht vor der Marke 300.000 Geräte einige Wetten in der Branche, wie viele Wärmepumpen bis zum Jahreswechsel abgesetzt werden. Aber wie könnte der Heizungsmarkt in 5, 10 und mehr Jahren aussehen?
Der Absatz und Einbau neuer Heizungen stand in den letzten Jahren regelmäßig im Fokus öffentlicher Debatten. Das mediale Interesse an der Treibhausgasbilanz für das Jahr 2025 war hingegen schon nach wenigen Stunden abgeflaut. Die Senkung der Treibhausgasemissionen um nur 0,1 % unter den Wert im Vorjahr macht nur am 14 . März 2026 Schlagzeilen, obwohl deutlich wurde, dass unter anderem die Heizungswende beschleunigt werden muss.
JV
Auch die parallel zu den Emissionsdaten vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichten Projektionsdaten 2026 für die Treibhausgasprojektion in den kommenden Jahren fand kaum Widerhall. Das dürfte auch daran liegen, dass das umfangreiche Werk auf bis November 2025 verfügbaren Informationen beruht und noch keine neuen Maßnahmen der aktuellen Bundesregierung und auch nicht die aktuellen Öl- und Gaspreisentwicklungen berücksichtigt. Die Eckpunkte für das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) haben die Projektion noch nicht beeinflusst.
Projektion mit Heizungsmarkt bis 2050
Die Projektion 2026 beruht auf zahlreichen Pfadberechnungen. Dazu gehören im Mit-Maßnahmen-Szenario (MMS) auf dem Stand November 2025 auch Projektionsdaten für neu eingebaute Wärmeerzeuger in Gebäude für die Jahre 2026 bis 2050. Eine wesentliche Einflussgröße für das Marktverhalten sind neben Heizungsförderung und Energiepreisen die heizungstechnischen Anforderungen im Gebäudemodernisierungsgesetz (GEG).
Die Grafik kombiniert den vom BDH seit vielen Jahren genau beobachteten Absatz an Wärmeerzeugern bis einschließlich 2025 und die MMS-Projektionsdaten ab 2026. Sie kommen zu einem deutlichen Hochlauf bei Heizungs-Wärmepumpen in den nächsten zehn Jahren. Danach sinken die Einbauzahlen insgesamt bei einem Marktanteil von Wärmepumpen knapp unter 80 %.
Berechnungen noch ohne das GMG
Trotz der Dominanz bei Wärmepumpen und einer zusätzlich steigenden Modernisierungsaktivität: Das Erreichen der nächsten Meilensteine für den Gebäudesektor wäre auch mit dem GEG als wesentlicher Hebel nicht sicher. Man darf gespannt sein, wie sich die bisher nur in Eckpunkten und Entwürfen abzeichnende Energiepolitik in der Projektion 2027 auf die nachfolgenden Jahre auswirkt, …
… dass das GMG auf Basis der seit dem 24. Februar 2026 bekannten Eckpunkte die Lücken bei der Dekarbonisierung des Gebäudebestands verringern kann, ist bisher kein reger Diskussionsfaden.
Projektionen geben nicht an, was sinnvoll oder notwendig ist oder politisch als Ziel erklärt wurde, sondern zeigen, was sich aus bestimmten (hier: im Mit-Maßnahmen-Szenario MMS) Randbedingungen modelliert ergeben wird (könnte). Aus diesen Projektionen könn(t)en dann die Verantwortlichen ableiten, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Die Heizungsstruktur ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Annahmen für die Modellierung der langfristigen Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Die jährlich vom Umweltbundesamt veröffentlichten Projektionsdaten (vgl. § 5a KSG) werden gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz (§ 12 KSG) vom Expertenrat für Klimafragen (ERK) geprüft. ■
Quelle: BDH, Treibhausgas-Projektionen 2026 / jv
Wer in die Treibhausgas-Projektionen für Deutschland (2026) eintauchen möchte, findet auf www.umweltbundesamt.de hier gute Startpunkte:
Treibhausgas-Projektionen 2026 – Ergebnisse kompakt
Aktuelle Treibhausgas-Projektionen 2026
Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten
Im Kontext:
2025: Treibhausgasemissionen sind nur um 0,1 % gesunken
ZVEI zum GMG: Gebäudewende ohne Richtung wird teuer
GMG-Eckpunkte: Es kommt jetzt auf Wärmepumpen an
Absatz von Wärmeerzeugern in Deutschland 1998 bis 2025 (relativ)
Absatz von Wärmeerzeugern in Deutschland 1998 bis 2025 (absolut)