JV / Daten: Destatis
Die Heizungsstruktur in neu zu errichtenden Wohngebäuden trägt kaum noch neue CO2-Emissionen in den Gebäudesektor ein. Modernisierungen müssen sie nur noch für 4 % der neuen Wohnungen ausgleichen.
Vor 10 Jahren sollten etwa 50 % der neuen Wohngebäude primär mit einer Gas-Heizung beheizt werden. Ihre verbrennungsbezogenen CO2-Emissionen werden gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz dem Gebäudesektor zugeordnet. Die Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebestand mussten also zunächst die Last aus dem Neubau kompensieren, bevor überhaupt eine Minderung im Sektor eintreten konnte.
Die Genehmigungsstatistik zeigt nun, dass der künftige Neubau kaum noch neue CO2-Emissionen in die Bilanz des Gebäudesektors einträgt: Rund 96 % der 2025 genehmigten Neubauwohnungen in neu zu errichtenden Wohngebäuden sollen mit Heizsystemen beheizt werden, die keine neuen CO2-Emissionen für den Gebäudesektor bringen. Der „Restposten“ sind insbesondere Gas-Heizungen, wobei in diesem Wert die Energieträger Erdgas, Flüssiggas (LPG) und auch (wenig) Biomethan zusammengefasst sind.
Konkret sieht die fiktive Beheizungsstruktur der Baugenehmigungen für das Jahr 2025 bezogen auf Neubauwohnungen (vorläufig) so aus:
- 67,8 % Wärmepumpe
- 22,4 % Fernwärme
- 3,5 % Gas
- 2,7 % Holz und Holzpellets
- 2,2 % Strom
- 0,6 % Solarthermie
- 0,1 % Heizöl
- 0,7 % Sonstige
Den Unterschied machen insbesondere Wärmepumpen
Beim Wohnungsneubau sind elektrisch angetriebene Heizungs-Wärmepumpen schon seit dem Jahr 2020 das führende Heizsystem, seit dem Jahr 2022 liegt der Marktanteil über 50 %. Im Jahr 2025 ist ihr Marktanteil auf 67,8 % gestiegen.
Bei fertiggestellten neuen Wohngebäuden (vorstehend und in der Grafik ist der Bezug Wohnungen) liegen Wärmepumpen schon seit dem Jahr 2021 über 50 %, im Jahr 2024 waren Wärmepumpen in 69,4 % aller neuen Wohngebäude das primäre Heizsystem. Für das Jahr 2025 liegt die amtliche Statistik erst Ende Mai 2026 vor.
Auch die sekundäre Beheizungsstruktur ändert sich
Die Grafik zeigt „nur“ das primäre Heizsystem. Inzwischen gibt es auch immer weniger sekundäre Heizsysteme, außer Holzfeuerstätten in Ein- und Zweifamilienhäusern, allerdings in der Regel nicht mit Integration in das wasserführende Heizsystem. Viele Jahre war „Gas-Brennwert + Solarthermie“ im Neubau eine feste Größe zur Erfüllung der primärenergetischen Hauptanforderung.
Für die Statistik „unsichtbar“ ist bei Wärmepumpen über den Heizstab oft ein zweites (sekundäres) Heizsystem vorhanden. In welchem Umfang es absichtlich (oder ungewollt) aktiviert wird, hängt u.a. von der Auslegung, Systemeinstellung und -steuerung, Nutzung, der Witterung und der regelmäßig zu hoch berechneten überschätzten Heizlast ab. Bei kleinen Luft/Wasser-Wärmepumpen wird bei der Auslegung aus mehreren Gründen kein monovalenter Betrieb angestrebt. ■
Quelle: Statistisches Bundesamt / jv
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