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2023-Q2: Run auf fossile Heiz­systeme geht wieder zurück

DAA WärmeIndex Q2 2023 für einzelne Technologien.

DAA GmbH

DAA WärmeIndex Q2 2023 für einzelne Technologien.

Die intensive Diskussion rund um das „Heizungsgesetz“ ist auch am zeitweise volatilen Nachfrageverhalten bei DAA ablesbar. Insgesamt nahm die Nachfrage auch saisonbedingt ab. Der kurzfristige Run auf fossil betriebene Systeme ging wieder deutlich zurück, die Nachfrage nach Wärmepumpen lag stets über der nach allen anderen Systemen.

Das zweite Quartal 2023 war geprägt durch turbulente öffentliche und politische Diskussionen rund um die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die inzwischen meistens als „Heizungsgesetz“ bezeichnet wird und nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts erst nach der Sitzungspause des Bundestags im September 2023 beschlossen werden soll. Die damit einhergehende Verunsicherung spiegelte sich im 2. Quartal 2023 bei DAA in einem schwankenden Anfrageverhalten nach verschiedenen Heizungssystemen wider.

Ein Wendepunkt ist ablesbar, nachdem der GEG-Entwurf im April im Bundeskabinett beschlossen wurde. Ab diesem Zeitpunkt sank bei DAA die zuvor ungewöhnlich hohe Nachfrage nach fossil betriebenen Heizungssystemen. Ende Februar 2023 wurde in der der Tagespresse und in Talkshows ein durchgestochener Vorentwurf für die GEG-Novelle auf gar nicht vorgesehene Verbote für Öl- und Gas-Heizungen ab 2024 reduziert. Ab der Kalenderwoche 18 (1. bis 7. Mai) überstieg das Interesse an regenerativ betriebenen Heizungssystemen wieder das mit fossilen Brennstoffen betriebenen. Diese Situation hielt das gesamte restliche 2. Quartal an.

Entwicklung der Heizungs-Nachfrage bei DAA im Detail

Im Detail sah diese Entwicklung so aus: Die Öl-Heizungs-Nachfrage fiel bereits zwischen KW 16 und KW 17 von 294 auf 131 Indexpunkte. Im gleichen Zeitraum sank auch die Nachfrage nach Gas-Heizungen von 235 auf 181 Indexpunkte. In der Kalenderwoche 19 sank sie auf unter 100 Indexpunkte und blieb dort bis zum Ende des Quartals. Die Nachfrage nach Öl-Heizungen fiel in Kalenderwoche 20 unter 100 Indexpunkte und blieb dort ebenfalls bis zum Ende des 2. Quartals 2023.

Das niedrigste Interesse an Gas- und Öl-Heizungen verzeichnete DAA in der Kalenderwoche 25 (19. bis 25. Juni) – also eine Woche, nachdem sich die Ampel-Koalition auf Eckpunkte zur Entschärfung der GEG-Novelle geeinigt hatte.

Konstant hohes Interesse an Wärmepumpen

DAA WärmeIndex Q2 2023 erneuerbar vs. fossil.

DAA GmbH

DAA WärmeIndex Q2 2023 erneuerbar vs. fossil.

Bei den Anfragen im 2. Quartal bei DAA gab es eine Konstante: Zu jedem Zeitpunkt lag das Interesse an Wärmepumpen deutlich über dem an allen anderen Heizungssystemen. Hier könnte die attraktive potenzielle neue Förderkulisse eine Rolle gespielt haben. Ein ähnliches Bild zeichnen auch die BAFA-Förderanträge für Wärmepumpen, die im zweiten Quartal stark die nach anderen Heizungssystemen überstiegen. Zwar sank auch das Interesse an Wärmepumpen bei DAA ab Mai, jedoch nicht in dem Ausmaß, wie die Nachfrage vor allem nach fossil befeuerten Systemen zurückging.

Dass das Gesamtergebnis an Heizungsnachfragen ab Anfang Mai rückläufig war, ist auch saisonbedingt. Allerdings kann es auch als anhaltende Verunsicherung aufgrund der Diskussionen rund um die GEG-Novelle bzw. die innerhalb der Ampel-Koalition unterschiedlichen Meinungen zur politischen Flankierung der Heizungswende gedeutet werden.

Malte Steingrube, einer der DAA-Geschäftsführer, ordnet die Entwicklung so ein: „Auch wenn die Nachfrage vor dem Hintergrund der politischen Impulse und Krisen im Ergebnis als volatil zu betrachten ist, sehen wir eine klare Ausrichtung der Nachfrage und des Angebotes in Richtung regenerativer Systeme. Hier spielen vor allem Themen wie Autarkiebestrebungen und Synergieeffekte bei der Sektorenkopplung eine tragende Rolle. So beginnen beispielsweise zunehmend auch große B2C-Anbieter aus dem Photovoltaik-Segment, ihr Portfolio um Wärmepumpen zu erweitern.“ ■
Quelle: DAA / jv

Der Artikel gehört zur TGA+E-Themenseite TGA-Marktdaten

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Der DAA WärmeIndex…

… stützt sich auf die Online-Nachfrage nach sowohl regenerativ als auch fossil betriebenen Heizsystemen und wird von DAA aus Hamburg erhoben. DAA ist einer der größten deutschen Online-Dienstleister und Portalbetreiber für regenerative Energietechnik und ist auf Anfragen zu den Themen Heiztechnik, Photovoltaik, Sanierung und Energieeffizienz spezialisiert. Der DAA WärmeIndex basiert auf den Anfragen nach Heizsystemen, die auf den Portalen von DAA abgegeben wurden. Der DAA WärmeIndex gibt damit Aufschluss über das aktuelle Interesse an erneuerbar und fossil betriebenen Heizsystemen, stellt diese gegenüber und gewährt Einblicke in den Markt.