Ausgerechnet: In den Bundestagswahlkreisen von Jens Spahn und Friedrich Merz sowie in der Heimat von Markus Söder lag 2025 die Nachfrage bei der Heizungsförderung im Spitzenfeld.
JV
Im Jahr 2025 hat die KfW privaten Antragstellern 375.475 Zusagen im Rahmen der Heizungsförderung gegeben. Bis zu 5,2 Mrd. Euro transferiert der Bund dafür in die Gemeinden. Es gibt von der KfW eine Zuordnung für die 400 Landkreise, Kreise, Stadtkreise und Kreisfreien Städte nach Anzahl der Zusagen und der Summe der zugesagten Zuschüsse, jedoch nicht nach Heiztechnik sortiert. Aufgrund verschiedener Auswertungsebenen ist die Anzahl der Zusagen höher als die Anzahl der Projekte. Auf der Ebene der Heiztechnik ist aber bekannt, dass bei über 80 % der Projekte mindestens eine Heizungs-Wärmepumpe involviert ist.
In jeder Gemeinde gibt es (wie bei fast allen Förderprogrammen) auch für die KfW-Heizungsförderung sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Bedarfe. Die nachfolgende Rangliste nach „Zusagen pro 1000 Einwohner“ bildet genau nur diesen Wert eindimensional ab. Der zweite Wert zeigt, wie viel Geld pro Einwohner zugesagt worden ist. Rechnerisch identisch ist er mit dem Wert, den alle Einwohner (EW) hätten aufbringen müssen, wenn sie „ihren“ Fördertopf zu gleichen Teilen unmittelbar selbst gefüllt hätten.
Die Rangliste
1. Nordfriesland, Schleswig-Holstein
10,0 Zusagen pro 1000 EW
149 Euro pro EW
2. Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen
9,6 Zusagen pro 1000 EW
142 Euro pro Einwohner
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
3. Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim, Bayern
9,5 Zusagen pro 1000 EW
119 Euro pro EW
4. Plön, Schleswig-Holstein
9,5 Zusagen pro 1000 EW
132 Euro pro EW
5. Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz
9,0 Zusagen pro 1000 EW
124 Euro pro EW
6. St. Wendel, Saarland
8,8 Zusagen pro 1000 EW
124 Euro pro EW
7. Steinfurt, Nordrhein-Westfalen
8,7 Zusagen pro 1000 EW
121 Euro pro EW
8. Schleswig-Flensburg, Schleswig-Holstein
8,7 Zusagen pro 1000 EW
124 Euro pro EW
9. Main-Spessart, Bayern
8,6 Zusagen pro 1000 EW
108 Euro pro EW
10. Osnabrück, Niedersachsen
8,5 Zusagen pro 1000 EW
116 Euro pro EW
11. Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen
8,5 Zusagen pro 1000 EW
112 Euro pro EW
12. Main-Spessart, Bayern
8,6 Zusagen pro 1000 EW
108 Euro pro EW
Vor-Ort-Betrachtungen
Der Hotspot der Heizungsförderung liegt 2025 eindeutig im Norden, die benachbarten Landkreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg liegen auf den Plätzen (1) und (8), der Landkreis Plön kam auf den 4. Platz. Mit zu dritt 4725 Zusagen liegt die Markbedeutung aber nicht wesentlich über den 3938 Zusagen im Kreis Steinfurt.
In der Region Kreis Steinfurt (7) ist Jens Spahn erfolgreich zur Bundestagswahl 2025 im Wahlkreis „Steinfurt I – Borken I“ angetreten. Er sprach sich mehrfach für eine deutliche Reduzierung der Heizungsförderung, insbesondere für Wärmepumpen aus. Im Hochsauerlandkreis (11) zog Friedrich Merz, mit „Heizungsgesetz abschaffen“ in den Wahlkampf.
Kreisübergreifend boomt die Heizungsförderung auch in Mittelfranken. Hier ist Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident, tief verwurzelt. Er fordert regelmäßig und lautstark, Einschnitte bei der Heizungs- bzw. Wärmepumpen-Förderung. Die Landkreise Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim (3), Erlangen-Höchstadt (13), Ansbach (18) und Fürth (24) stehen zusammen für 0,65 % der Einwohner aber mit 1,13 % der zugesagten Zuschüsse liegt die Überhöhung bei 1,74. ■
Quelle: [1] und [2], eigene Berechnungen / jv
Datenquellen
[1] KfW-Förderreport 2025. Frankfurt: KfW Bankengruppe, Stichtag: 31. Dezember 2025
[2] Kreisfreie Städte und Landkreise nach Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsdichte am 31.12.2024, Statistisches Bundesamt, veröffentlicht am 23. September 2025
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